5 fatale Börsenirrtümer, auf die du nicht reinfallen darfst

5 fatale Börsenirrtümer, auf die du nicht reinfallen darfst

Der größte Faktor, der Menschen von einer erfolgreichen Geldanlage abhält, ist nicht das falsche Investment oder fehlendes Glück. Es ist die Angst vor dem Investieren.

Diese Angst steht oft ein Leben lang wie eine Wand zwischen dem Menschen und der Börse und wird in den meisten Fällen nie überwunden. Damit soll nach diesem Artikel Schluss sein.

Die Finanzmärkte werden als der böse Teil der Wirtschaft wahrgenommen. Als Ort, an dem sich die Reichen bereichern und die armen Privatinvestoren ihren letzten Cent verlieren. Als Wettbüro, bei dem immer der Betreiber gewinnt.

Gehen wir diesen Vorurteilen mal auf den Grund. Du wirst sehen: Viele großartige Möglichkeiten werden dir durch eine klarere Sicht auf die Finanzmärkte geboten!

Diese Ängste werden durch die Medien geschürt. Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser als gute bzw. in erster Linie unspektakuläre Nachrichten.

Wir werden hellhörig, wenn es heißt: Achtung, hier verlierst du dein gesamtes Geld! Und genau davor haben wir Angst.

Wir haben alle riesige Angst, unser Geld zu verlieren und mit leeren Händen dazustehen. Auf dem Konto ist das Geld zumindest sicher. „Sicher“.

Wegen dieser Angst versuchen die meisten Menschen erst gar nicht, ihr Geld eigenständig anzulegen. Zumeist ist die maximale Geldanlage ein Festgeldkonto bei der heimischen Bank und das war es dann mit der „Geldanlage“.

Es gibt einige Irrtümer, die die Angst vor den Finanzmärkten aufrecht erhalten. Diese Irrtümer hindern den Großteil der Menschen daran, ihr Geld wirklich gewinnbringend anzulegen.

Vielleicht glaubst du bislang selbst an diese Irrtümer.

Aber sei gewarnt: Wenn du im Bekanntenkreis erzählst, dass du dich für die Börse interessierst oder bereits dort investiert hast, wirst du auf genau diese Irrtümer stoßen. Mir selbst geht es fast immer so.

Spätestens nach diesem Artikel wirst du es aber besser wissen.

Ich persönlich wusste es vorher auch nicht besser. Schließich weiß kaum jemand über die Börse Bescheid, sodass keiner mir solche Gedanken austreiben konnte.

Gut, dass du jetzt hier bist – dann kann ich dir erzählen, wie es wirklich ist.

Irrtum #1: Man kann nur gewinnen, wenn ein anderer verliert.

Der entscheidende Faktor unseres stetig steigenden Wohlstandes ist das Wirtschaftswachstum. Seit jeher wächst unsere Wirtschaft und wir entwickeln uns stets weiter.

Wahrscheinlich befindest du dich gerade in einem schönen Gebäude, vor einem Laptop oder Computerbildschirm mit einem Handy neben dir. Dinge, von denen die Menschen in der Form vor 50 Jahren nicht mal zu träumen wagten. Es ist klar, dass wir uns immer weiterentwickeln.

Die Börse entwickelt sich ebenfalls. Die Unternehmen, welche für das Wirtschaftswachstum sorgen, sind die gleichen Unternehmen, an denen wir uns an der Börse durch Aktienkäufe beteiligen können.

Die Börse hat langfristig eine steigende Tendenz. Die Börsenkurse fallen hin und wieder mal, im langfristigen Durchschnitt wachsen diese jedoch stets.

Das bedeutet also, dass es mehr Gewinn als Verlust gibt. Es muss nicht zwangsweise jemand Geld verlieren, denn es ist einfach immer mehr Geld im Umlauf. Daran wollen wir partizipieren.

Beispiel: Angenommen, eine Aktie startet mit einem Kurswert von 20€. Zu diesem Preis kaufe ich diese Aktie. Sie fällt zunächst auf 15€. Dann steigt sie jedoch wieder und letztendlich entscheide ich mich bei 30€ diese zu verkaufen.
Nun kaufst du diese Aktie. Diese steigt rasant auf 50€, sinkt jedoch auf 40€, wo du diese Aktie weiterverkaufst. Hat nun jemand Geld verloren? Nein!

Wir haben trotz stellenweise sinkender Kurse beide einen Gewinn von jeweils 10€ gemacht.

Mit dem Kauf der Aktie habe ich das Privileg erworben, dass mein Geld von dem Unternehmen wirtschaftlich genutzt wird. Dieses Privileg habe ich dann an dich weiterverkauft und du hast es letztendlich ebenfalls weiterverkauft.

Es gibt also in diesem Fall keinen Verlierer, lediglich eine Teilhabe an Unternehmen. Es gibt natürlich auch immer wieder Fälle, in denen man mit einem Kursverlust leben muss.

Da der langfristige Durchschnitt der Börse jedoch positiv ist und wir langfristig ein Wirtschaftswachstum haben, werden wir auch langfristig davon durch die Börse profitieren können, ohne dass dadurch ein anderer verlieren muss.

Irrtum #2: Das Geld ist auf meinem Konto sicher.

Dieser Irrtum beruht auf unserer Gemütlichkeit. Solange eine Lösung sicher ist, ist sie für uns gut. Wir streben dann oftmals nicht nach einer vielleicht viel besseren Lösung. Jedoch verschließen wir dadurch die Augen vor einigen wichtigen Dingen.

Als erstes sei die Inflation erwähnt. Die Inflationsrate gibt die Steigung der Preise eines repräsentativen Warenkorbs dar.

Normalerweise wird eine Inflationsrate von 2% angepeilt (ja, wir wollen absichtlich eine Inflation), was also den langfristigen Durchschnitt der Preissteigerungen darstellt.

In anderen Worten: Der Wert unseres Geldes sinkt im langfristigen Durchschnitt um 2% pro Jahr. In ca. 35 Jahren halbiert sich also der Wert des Geldes.

Haben wir jetzt 10.000€, welche wir nicht verzinsen, können wir uns jedes Jahr weniger von diesen 10.000€ kaufen. Sicher ist also in erster Linie eines: Dass unser Geld an Wert verliert.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber für mich ist das keine „Sicherheit“.

Hinzu kommt, dass dein Geld nur so lange sicher ist, solange deine Bank noch über Liquidität verfügt.

Wenn deine Bank pleite gehen sollte, ist das Geld, welches nicht über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert ist, verloren. Also bist du genau wie bei Aktien an das Risiko eines Unternehmens gebunden.

Auch bei Staatsanleihen hast du ein Risiko. Wenn ein Staat zahlungsunfähig ist, ist dein Geld genauso weg.

Bei deutschen Staatsanleihen ist das Risiko extrem niedrig. Die Vergangenheit hat uns jedoch in Form der Banken- und der Eurokrise gezeigt, dass beide Szenarien gar nicht so unrealistisch sind.

Warum nicht also Unternehmen aussuchen, welche womöglich viel sicherer sind als die, denen du momentan dein Geld anvertraust?

Irrtum #3: Die Börse ist nichts anderes als ein Casino.

Dieser Irrtum baut auf dem Irrtum #1 auf. Da die Meinung vorherrscht, dass an der Börse die Menge des Geldes gleich bleibt, sich das Geld nur in anderen Händen befindet, wird die Börse oft als Casino bezeichnet.

Gewinne sollen nur durch Glück möglich sein, da die Geldmenge nicht steigt. Das konfuse Finanzwesen kann man eh nicht durchschauen. Es sei also mehr oder weniger Zufall bzw. Glück, wem das Geld in die Hände fällt.

Für manche ist die Börse sicherlich ein Casino. Menschen, die kurzfristig spekulieren oder sich an hochriskanten Finanzprodukten versuchen, empfinden dies womöglich so.

Sobald ohne Plan und ohne einen vernünftigen Grund gekauft wird, ist das tatsächlich so. Ein reines Glückspiel, ob die Aktie nun gut oder schlecht ist.

Wer sich etwas von seinem Finanzberater der Bank verkaufen lässt, geht die gleiche Wette ein. Es ist reiner Zufall, ob man nun einen Treffer oder eine Niete gezogen hat.

Sobald man sich jedoch mit seinen Investitionen auseinander setzt, ist die Börse kein Casino. Es gibt keinen „Casino-Betreiber“, der auf lange Sicht immer gewinnen muss, um sein Geschäft zu finanzieren.

Die Börse hat eine steigende Tendenz. Wir haben langfristig stets ein Wirtschaftswachstum. Durch dieses Wachstum gibt es an der Börse also durchschnittlich mehr Geld zu gewinnen als zu verlieren.

Irrtum #4: An der Börse ist die Wahrscheinlichkeit hoch, sein Geld zu verlieren.

Ich habe bereits im Irrtum #2 das Risiko von unverzinstem Geld und dem sicher geglaubten Geld auf dem Girokonto besprochen.

Eingangs habe ich erwähnt, dass die Angst vor dem Verlieren des Geldes beim Menschen riesig ist. Verständlich, wo sich doch heute fast alles um Geld dreht.

Ein Risiko ist definitiv immer gegeben. Es gibt keine Anlageform auf der ganzen Welt, die ohne Risiko ist.

In der Regel gilt: höheres Risiko = höhere Rendite. So bringen griechische Staatsanleihen eine höhere Verzinsung als deutsche Staatsanleihen, da das dortige Risiko viel höher ist.

Wir können unser Risiko jedoch selbst bestimmen. Und wir können das Risiko minimieren. Dafür gibt es verschiedene Werkzeuge, die die Finanzmärkte uns bieten.

Ganz zentral ist das Diversifizieren des Aktiendepots. Das heißt, dass nicht nur eine Aktie oder Anleihe gekauft wird, sondern mehrere.

Es fällt dadurch viel weniger ins Gewicht, wenn eine Aktie fällt, als wenn du nur auf eine Aktie setzt und diese einen starken Kursverlust hinnehmen muss. Deine anderen Aktien werden diese Kursverluste bei einer guten Diversifikation ausgleichen.

Diversifikation ist auch durch gemischte Finanzprodukte möglich. Wir können Aktien, Anleihen und Rohstoffzertifikate kaufen, um unser Risiko weiter zu senken. Der Totalverlust des Kapitals kann dadurch so gut wie ausgeschlossen werden.

Der andere Punkt ist selbstverständlich ein ausreichendes Wissen. Wenn du weißt, was du machst, sinkt das Risiko beim Kauf von riskanteren Unternehmensaktien oder –anleihen. Du kannst das Aktien handeln lernen, wie jede andere Disziplin auch – und dabei möchte ich dir helfen.

Du kannst dich außerdem bewusst für Unternehmen wie Coca Cola, McDonald’s oder Microsoft entscheiden, bei denen eine Insolvenz nahezu ausgeschlossen ist und trotzdem von steigenden Kursen oder Dividendenzahlungen profitieren.

Und wenn du dich fragst, wie du erkennst, welche Aktien du kaufen solltest, findest du hier Antworten: Welche Aktien kaufen? Die 3 Schritte und Video: 5 Value-Aktientipps aus dem DAX + Strategie-Tutorial.

Irrtum #5: Nur Banken und Superreiche können von der Börse profitieren.

Häufig wird eine ausbleibende Geldanlage damit begründet, dass nur die Akteure innerhalb der Finanzbranche auch von den Finanzmärkten profitieren können. Sei es durch Insider-Informationen oder bestimmte Geheimformeln.

Ich habe dir bereits gezeigt, dass an der Börse tendenziell die Kurse steigen und nicht waagerecht verlaufen (Irrtum #1).

Natürlich kann es sein, dass gerade die eben genannten Akteure Vorteile haben was die Informationen betrifft. Jedoch beeinflusst dies keinesfalls den Umstand, dass wir trotzdem gewinnbringend investieren können.

Die Gewinne der besten Fondsmanager haben keinen direkten negativen Einfluss auf unser Investment und unsere persönliche Rendite. Heutzutage haben wir nahezu alle relevanten Informationen über jede relevante Aktie.

Warren Buffett zum Beispiel investiert sogar noch heute ohne Computer und fokussiert dabei nur wenige Kennzahlen. Man braucht also gar nicht die ganzen Informationen, die die großen Namen der Branche haben.

Es wird eins verwechselt: Es können nicht nur die Banken und Superreiche von der Börse profitieren, aber hauptsächlich diese Personen befinden sich an der Börse.

Diese Menschen haben erkannt, wie sie ihr Geld vermehren können und eventuell sogar dadurch ihren Wohlstand geschaffen. Deshalb sehen wir viele wohlhabende Menschen an der Börse.

Du solltest also keine Angst vor übermächtigen Gegnern haben, sondern diese als Musterbeispiel dafür sehen, dass man an der Börse erfolgreich sein kann. Die Reichen nehmen dir dein Stück vom Kuchen nicht weg.

Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte diese fünf Irrtümer richtig stellen und dir die Angst vor der Börse nehmen. Sie ist zum größten Teil unbegründet. Mein Ziel ist es, dir das zu zeigen und dir die Mittel an die Hand zu geben, um dies auch zu nutzen.

Welche Irrtümer kennst du noch? Und falls dir noch mulmig beim Gedanken an das Investieren an der Börse ist: Woran liegt das?

Ich würde mich sehr über deinen Kommentar freuen.

Bildquelle: “Wrong Way” von KungPaoCajun (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

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