7 Gründe, warum du die Finger vom Trading lassen solltest
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7 Gründe, warum du die Finger vom Trading lassen solltest

Trading ist beliebt. Zuhause vor dem PC sitzen, die Aktienkurse verfolgen und täglich mit mehreren „Trades“ das Geld vermehren. Möglichst schnell mit möglichst wenig Aufwand.

Bestimmt hast du auch schon von Trading-Erfolgsgeschichten gehört und dich gefragt, was wirklich hinter Trading steckt.

Die Vorstellung von schnell und leicht verdientem Geld lockt viele Menschen, die dann das Trading lernen wollen. Und viele Menschen denken, dass man nur auf diese Weise Geld an der Börse verdienen kann.

Aber ist das Traden wirklich eine sinnvolle Möglichkeit zur Vermehrung deines Geldes?

Aufgepasst:

Ich zeige dir in diesem Artikel fundierte Statistiken und Fakten, Trading Erfahrungen und Alternativen, die Trading-Coaches dir nicht zeigen.

Ich habe 7 sehr gute Gründe für dich, warum du…

  1. das Day-Trading womöglich lieber anderen überlässt
  2. oder dich weiter informieren solltest, falls du das für die einzige Möglichkeit zu einer guten Rendite hältst.

Außerdem zeige ich dir, was das Day-Trading mit deiner Schulzeit zu tun hat – und zu welcher Gruppe der „Schüler“ du gehören solltest um an der Börse entspannter zu gewinnen.

7 Gründe, warum du nicht traden solltest

Mittlerweile läuft sogar im Fernsehen schon Werbung für Trading-Plattformen. Trading-Softwares kaufen sich große Sponsorenblöcke bei Fussball-Vereinen.

Die Versprechen:

„Neue Trading-Strategie für atemberaubende Rendite!“

„1000% Rendite in 2 Wochen!“

„Geld vermehren mit wenigen Klicks!“

Wow! Das klingt echt spannend!

Dagegen klingt das langfristige Anlegen des Geldes ungefähr so spannend, wie dem Gras beim Wachsen zuzugucken (oder Bundesliga-Spiele von Bayern München).

Jetzt kommt aber der Haken:

Was spricht gegen das Trading, das sich an der Börse so großer Beliebtheit erfreut und mit dem immer wieder Schlagzeilen gemacht werden?

1. Du lebst brandgefährlich

Kaum eine Form des Anlegens weist im Durchschnitt ein so hohes Risiko auf wie das Day-Trading.

Es wird u.a. mit Hebelprodukten gehandelt, die den Gewinn – aber auch den Verlust – durch kurzfristig geliehenes Geld vervielfachen können.

Dabei ist dein Verlustrisiko nicht auf dein eingesetztes Geld beschränkt: Im schlimmsten Fall musst du noch Geld nachschießen, da du das geliehene Geld der Bank durch den Hebel verzockt hast.

Stell dir vor, du möchtest mit 1.000€ investieren. Wenn ein Kurs um 1% steigt, steigt dein Depotwert um 10€.

Jetzt kannst du dir aber 9.000€ von der Bank leihen. Wenn du jetzt mit 10.000€ investierst, obwohl von dir selbst nur 1.000€ stammen, steigt dein Depot um 100€.

Du zahlst die 9.000€ an die Bank zurück und voilá: Bei gleichem eigenen Kapitaleinsatz hast du den 10-fachen Gewinn erzielt, nämlich 100€ statt nur 10€.

Was aber passiert, wenn das Produkt, in das du die 10.000€ investierst, wertlos wird? Du musst die 9.000€ trotzdem aufbringen – auch wenn du selbst nur 1.000€ bei der Bank eingezahlt hast.

Je mehr Geld du leihst, desto größer ist der Hebel. Je größer der Hebel, desto stärker wird der Gewinn vervielfacht – oder eben der Verlust.

Privatinsolvenz als 26-jähriger Ingenieur?

So ist es zuletzt auch einem Ingenieur passiert. Er steht mit 26 Jahren trotz eines guten Gehalts kurz vor der Privatinsolvenz:

Er hat in riskante CFDs investiert und sein Geld verloren, als die Schweiz die Währungsbindung zum Euro aufgelöst hat. Aus seinen investierten 2.800€ wurde ein Schuldenberg von 280.000€.

Natürlich ist das ein unglücklicher Extremfall. Und glücklicherweise gibt es mittlerweile Versuche solche Fälle durch gesetzliche Regelungen von vornherein zu vermeiden.

Viele Trader sehen aber nur die großen Gewinnchancen mit $-Zeichen in den Augen. Schließlich verlieren komischerweise immer nur die anderen, einem selbst könnte sowas ja niemals passieren. 😉

Auch wenn sich dieses Risiko in erster Linie bei Hebelprodukten enorm auswirkt, tritt es auch bei anderen kurzfristigen Anlagen wie Aktien auf:

Zum einen durch die psychologische Komponente, die erschreckend niedrigen Gewinnchancen und die hohen Gebühren bei häufigem Handeln, die eine immer höhere Überrendite erfordern. Mehr dazu gleich.

2. Wie ein Psycho-Thriller

Der Weg des langfristigen Investierens ist in der Regel nicht sehr nervenaufreibend:

Du musst nicht stundenlang vor dem Rechner sitzen. Du musst kein Lehrgeld bezahlen. Und du musst keine kurzfristigen Verluste realisieren.

Bekannte Trader predigen dabei vor allem eins an ihre potentiellen Nachahmer: Sie müssen vor allem stressresistent sein und Nerven wie Drahtseile haben.

Zu Beginn ist es üblich, dass unerfahrene Anleger, die auf Minuten-, Stunden- oder Tagesbasis traden, eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen.

Sie können noch nicht mit den anderen Marktteilnehmern mithalten, schwanken zu oft zwischen Angst und Hoffnung, können Muster nicht einwandfrei erkennen und verlieren ihr Geld.

Das kann – gerade beim Börsenstart – eine ziemlich hohe Hürde sein.

Und tatsächlich führt das auch dazu, das viele Anleger erst nach dem Erleben dieser Verluste dem Trading abschwören und sich dem langfristigen Investment zuwenden.

Wir haben also einmal die Seite des langfristigen Investors in Form einer Autofahrt:

Er fährt recht zügig, aber immer besonnen und kommt zuverlässig an sein Ziel.

Die Fahrt des Traders verläuft anders:

Er verliert direkt beim Start einen Seitenspiegel. Er brettert trotzdem wie besessen drauf los. Sein Auto überschlägt sich einige Male, fährt trotzdem irgendwie weiter – auch mit nur drei Reifen. Aber: Dafür schnell.

Trotzdem kommt er nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 10% im Ziel an.

Woher die 10% kommen? Lies weiter.

3. 90% vs. 10%

Kommen wir also ans Eingemachte: Wie erfolgreich ist das Traden wirklich?

Und mit „wirklich“ meine ich nicht das, was dir viele erzählen, wie erfolgreich sie sind. Mehr dazu aber im Punkt 6.

Der erste Nachteil des Tradens sind die hohen Kosten.

Du musst bei jedem Kauf und Verkauf an der Börse Gebühren zahlen. Um diese Gebühren und sie Geld-Brief-Spanne, den sogenannten Spread, sinkt deine Rendite.

Wenn du sehr wenig handelst, zahlst du nur wenig Gebühren. Wenn du viel handelst, hast du hohe Gebühren.

Diese Gebühren haben also vor allem Trader. Und bevor es in die Gewinnzone geht, müssen erst einmal die Gebühren wieder reingeholt werden.

Okay. Das ist natürlich ein Nachteil, aber wenn die Trader eine Rendite erwirtschaften, die das trägt, wäre doch alles in Ordnung.

Schauen wir uns also nicht individuelle Trading Erfahrungen, sondern ganze Studien zum Erfolg der Trader an.

Wie erfolgreich sind Trader wirklich? Studie #1 (Aktienmarkt)

In dieser Studie untersucht Brad M. Barber den Erfolg von den sogenannten Day-Tradern, die sehr kurzfristig spekulative Positionen am Aktienmarkt eingehen.

Das Ergebnis: 85% der Daytrader machen dabei auf Jahresbasis Verluste.

Nur bei weniger als 1% der Trader konnten die Wissenschaftler wirklich feststellen, dass sie eine gewinnbringende Strategie verfolgen und die Gewinne nicht vom Glück abhängen.

Diese Zahlen zeigen, dass mindestens 4 von 5 Tradern auf Jahresbasis Geld verlieren. Nur einer aus 100 schafft es nachgewiesenermaßen dauerhafte Gewinne zu erzielen.

Studie #2 (Devisenmarkt) – 89% verlieren Geld

Und es gibt noch eine Studie aus Frankreich, in der der Forex-Markt (Devisenmarkt) untersucht wurde.

Dort wurde über vier Jahre, von 2009 bis 2012, die Performance der Trader bei verschiedenen Brokern dokumentiert. Das Ergebnis:

Fast 89% aller Trader haben Geld verloren – im Durchschnitt satte 10.900€. Und dabei macht es laut der Studie kaum einen Unterschied, ob Neulinge oder erfahrene Trader betrachtet werden – der Lerneffekt sei erstaunlich gering.

Studie #3 (Aktienmarkt) – 98% verlieren Geld

In dieser Studie wurde das Lernverhalten von Day-Tradern am Aktienmarkt untersucht und dabei ein Zeitraum von 14 Jahren herangezogen.

Das Ergebnis: Mehr als 98% der Day-Trader verlieren Geld.

Und für die, die kurzfristig Gewinne machen, hält die Glückssträhne nicht lange an:

  • 40% der Day-Trader geben spätestens nach einem Monat auf
  • 87% der Day-Trader geben spätestens nach drei Jahren auf
  • 93% der Day-Trader geben spätestens nach fünf Jahren auf

Diese Studien zeichnen ein vernichtendes Bild: Nur ein ganz kleiner Bruchteil schafft es wirklich, dauerhafte Gewinne zu erzielen.

Es erinnert ans Gold schürfen: Wenn irgendwo von einem großen Goldfund berichtet wird, machen sich alle auf und wollen den Reichtum mit eigenen Händen finden.

Ein paar wenige werden, vermutlich durch Zufall, große Funde haben, die immer mehr Menschen anlocken. Aber der Großteil der Menschen wird wieder mit leeren Händen nach Hause gehen, wie es auch beim Trading der Fall ist.

Unterstützt wird dieses Bild, wenn du dir anschaust, wer in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt weit oben geführt wird.

Es sind die Investoren wie Warren Buffett, Peter Lynch, Ken Fisher und viele mehr. Diese sind größtenteils Milliardäre und investieren nicht auf Tagesbasis, sondern investieren vorausschauend und langfristig – manche mehr, manche weniger.

Obwohl der Trader also viel mehr Aufwand betreibt und ein größeres Risiko in Kauf nimmt, sind kaum Trader bekannt, die dadurch wirklich reich geworden sind – obwohl die angeblich so hohen Renditen die Trader schon längst auf die Spitzenplätze hätten katapultieren müssen.

„Aber mit Trading lässt sich doch viel Geld verdienen“

Natürlich gibt es erfolgreiche Trader. Natürlich kann man durch Trading Geld verdienen.

Diese Aussagen von Trading-Verfechtern sind aber genauso nichtssagend wie die Aussage „Mit Fußball lässt sich viel Geld verdienen“.

Das gleiche gilt für jeden Berufsbereich: Du kannst viel Geld als Fußballer, als Programmierer, als Steuerexperte oder als sonst was verdienen.

Solltest du jetzt also Profifußballer werden, nur weil es einige wenige schaffen, damit viel Geld zu verdienen?

Natürlich nicht! Es geht um ganz andere Fragen, die dafür wichtig sind.

Bezogen auf das Trading sind die interessanteren Frage viel mehr:

  • Wie hoch stehen die Chancen, mit dem Trading wirklich viel Geld zu verdienen?
  • Macht es dir überhaupt Spaß, so dein Geld zu verdienen?
  • Gibt es lohnenswerte Alternativen, wie du dein Geld auch ohne Trading profitabel investieren kannst?
  • Welche Nachteile sind mit dem Trading verbunden?

Und vor diesem Hintergrund bringt es auch nichts, wenn es nur ein extrem kleiner Bruchteil schafft, mit dem Trading erfolgreich zu sein. Diesen kleinen Bruchteil gibt es in jedem Berufszweig – allein zufallsbedingt.

Und selbst diesen kleinen Bruchteil zu identifizieren ist enorm schwierig, wie die folgende Geschichte verdeutlicht:

Wie selbst Trading-Profis beim Traden scheitern

(Wichtig: Alle folgenden Schilderungen beruhen auf diesem Artikel.)

Die Kurzfassung: Ein erfolgreicher Geschäftsmann hat Birger Schäfermeier, „Deutschlands Daytrader Nr. 1“ (laut der Zeitschrift „Der Aktionär“) 100.000€ „zum Testen“ gegeben. Ich glaube, du kannst die tatsächliche Größenordnung also erahnen.

Der Anleger selbst war beruflich sehr erfolgreich, hat sich viel teures Wissen in Seminaren und privaten Coachings angeeignet und hatte ein großes Startkapital, und es einem noch besseren Profi anvertraut. Optimale Voraussetzungen also.

Wenn jemand also Gewinne erzielen sollte, dann doch diese Konstellation, oder?

Pustekuchen.

Das Geld wurde kontinuierlich weniger und nach nicht einmal 2 Jahren war es fast komplett weg. Anschließend wurde noch ein Kredit aufgenommen, um die Verluste wieder reinzuholen. Ebenfalls gescheitert

Das Ergebnis: Das Day- und Swingtrading eines Trading-Profis hat für den Kunden eine Rendite von -108% (ja, wirklich) erreicht.

Das alles sind faktenorientierte Einblicke in den (Miss-)Erfolg der Day-Trader: Sowohl von Privatanlegern, als auch von gestandenen Profis. Abseits der rosaroten „So-wirst-du-reich“-Brille.

Nach all diesen Ergebnissen ist es in meinen Augen sehr optimistisch und mutig anzunehmen als Privatanleger das eigene Geld dauerhaft durch Day-, Swing- oder ähnliche Tradingkonzepte erfolgreich zu vermehren.

Ganz zu schweigen davon, in Anbetracht des Zeitaufwands, des Risikos und den anderen hier genannte Gründe eine angemessene Rendite zu erreichen.

Fakt ist, dass der Großteil der Trader auf lange Sicht Geld verliert und dafür sogar noch viel Zeit und Nerven opfert.

4. Die Erfolgsillusion der Trading-Experten

Okay, höchstens 15% der Trader machen Gewinne.

Ist nicht viel, aber immerhin. Und wenn man Gewinne macht und zu diesen 15% gehört, sollte sich das Traden lohnen.

Das ist aber falsch.

Nur weil jemand Gewinne macht, heißt das noch lange nicht, dass er wirklich das Richtige mit seinem Geld macht.

Du kannst deutlich risikoärmer und mit viel geringerem Aufwand breit in den Markt investieren. Das hat in der Vergangenheit für eine Rendite von 7% – 9% gesorgt.

Nur ein Bruchteil der Trader, die Gewinne machen, schaffen es, ihr Geld stärker als der Markt zu verzinsen.

Du siehst also: Das Erzielen von Gewinnen ist nicht die entscheidende Kennzahl. Es gibt andere Alternativen, die womöglich…

  • besser
  • risikoärmer
  • nicht so zeitintensiv

… sind und deshalb mehr zu empfehlen sind – selbst WENN du zu den wenigen Prozent gehörst, die mit dem Trading Geld verdienen.

Wichtig: Hier wurden noch nicht einmal die steuerlichen Nachteile des aktiven Handelns berücksichtigt. Bei einer passiven Buy-and-hold-Anlage müssen Gewinne erst bei Verkauf versteuert werden und können bis dahin weitere Gewinne erwirtschaften: Der sogenannte Steuerstundungseffekt.

Der aktive Anleger muss ebenfalls beim Verkauf die (seltenen) Gewinne versteuern, was jedoch viel schneller vorkommt. Deshalb gibt es dort keinen Steuerstundungseffekt. Durch die steuerliche Betrachtung würde das Bild hier also noch vernichtender ausfallen.

5. Du opferst etwas wertvolleres als Geld

Ein großer Aspekt, der das Traden deutlich unattraktiver macht, ist die geopferte Zeit.

Die langfristige Geldanlage ist ein Zusatz zu deinem bestehenden Einkommen. Es hat einen geringen Zeitaufwand und alle Gewinne aus dieser Geldanlage beeinträchtigen dein Arbeitseinkommen nicht.

Wenn du allerdings als Trader Geld verdienen willst, musst du viel Zeit opfern.

Du musst die Kurse stundenlang verfolgen, um günstige Gelegenheiten zum Handeln zu entdecken.

Das ist aktive Arbeit um Geld zu verdienen, was nichts Schlechtes ist. Aber höchstwahrscheinlich hast du schon einen Hauptberuf, der dir 8 Stunden täglich abverlangt.

Da wird es schwierig, wenn du jetzt noch stundenlang Börsenkurse verfolgen willst.

Außer, du bist der eine von hundert Tradern, der sich Profi nennen kann und seinen Job aufgeben kann, um zu traden.

Aber ein Profi ist noch nie vom Himmel gefallen.

Selbst wenn du also als Trader Gewinne machen solltest, die den Markt übersteigen, darfst du den zeitlichen Aufwand nicht vergessen. Dein Arbeitslohn ist genauso ein Stundenlohn, wie es bei einem Trader der Fall ist.

Bei der langfristigen Anlage aber hast du ziemlich wenig zu tun.

Du kannst den Aufwand sogar auf wenige Stunden im Jahr reduzieren und erhältst trotzdem eine Rendite, die besser ist als von 90% der Trader.

6. Ein kritischer Blick hinter die Geldscheine

In Zeiten, wo soziale Netzwerke immer beliebter werden, gibt es viel Neid und „Das-will-ich-auch“-Gefühle.

Auf Instagram und YouTube geben viele Trader ihre Gewinne zum Besten, erzählen von ihrem kometenartigen Aufstieg in die Liga der Schönen und Reichen.

Beweise? Fehlanzeige.

Die wenigen, verlässlichen Studien zeigen ein deutliches Bild: Der Großteil der Trader verliert kontinuierlich Geld.

Viele Menschen zeigen aber ihre Gewinne in Bildern oder Videos (wo noch nicht einmal klar ist, ob es Können oder reines Glück war).

Das Problem? Die Verluste werden verschwiegen.

Niemand teilt ein Bild von seinem letzten Riesenverlust – so etwas verkauft sich schlecht.

Bei Gewinnen von mehreren Tausend Euro denken sich viele: „Wow, wie macht der das nur?“

Na klar, ist verständlich. Wenn jemand scheinbar sehr einfach, sehr viel Geld in sehr kurzer Zeit verdient, würden wir das alle gerne nachmachen.

Dadurch entsteht aber ein völlig verzerrtes Bild vom tatsächlichen Erfolg.

Bill Gates und Mark Zuckerberg haben die Uni abgebrochen und sind heute Milliardäre. Wäre jetzt die richtige Schlussfolgerung „Ich breche mein Studium ab, dann werde ich auch Milliardär“?

Definitiv nicht! Von den Menschen, die ihr Studium abgebrochen haben und denen es dadurch finanziell heute viel schlechter geht, hörst du einfach nichts.

Wir hören nur von den Positivbeispielen. Das verzerrt aber die Realität enorm.

Und genau so ist es auch bei Tradern: Nur weil dir jemand einen Gewinn zeigt oder erzählt, wie viel er doch verdient, heißt das noch lange nicht, dass er wirklich profitabel handelt – und noch weniger, dass du einfach so profitabel traden kannst.

Komisch ist auch, dass viele dieser Trader dir noch Kurse, Strategien, eBooks und anderes verkaufen wollen, obwohl sie doch mit dem Traden so erfolgreich sind und damit viel mehr Geld verdienen könnten…

7. Dein Geld steht still – aber so kannst du es ändern

Traden ist wie arbeiten. Was passiert, wenn du nicht mehr arbeitest?

Du verdienst kein Geld.

Genau das ist beim Traden der Fall: Du verdienst nur Geld, wenn du aktiv vor dem Computer sitzt, beobachtest, kaufst, analysierst und verkaufst.

Wenn du das nicht machst, verdienst du kein Geld. So einfach ist das.

Bei der langfristigen Geldanlage vermehrt sich dein Geld aber ohne dein Zutun.

Wenn du dein Geld erst einmal angelegt hast, kann es seelenruhig unangetastet bleiben. Es vermehrt sich also selbst dann, wenn du keine Zeit oder keine Lust auf die Börse hast.

Das ist das Schöne: Dein Geld vermehrt sich passiv.

Der Trader muss aktiv arbeiten, damit das Geld sich vermehrt. Und das wird in den allermeisten Fällen noch nicht einmal mit einer besseren Rendite belohnt.

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Warum du die Finger vom Trading lassen solltest

Da hast du sie: Die 7 Gründe, warum du nicht traden solltest.

Trading ist beliebt und bekommt durch das Internet ganz neue Reichweiten geboten.

Im Fernsehen werden Trading-Plattformen beworben und damit wahrscheinlich noch mehr Menschen zu Tradern gemacht.

Ich habe dir aber gezeigt, dass es in den meisten Fällen weder aus finanziellen, zeitlichen oder anderen Gründen sinnvoll ist, dich dem Trading zu widmen.

Ja, es gibt Menschen, die damit Gewinne machen. Schätzungsweise 1% systematisch – also nicht durch Glück. Wenn du deine Geldanlage aber wie die restlichen 99% der Trader auf Glück aufbaust, wirst du keinen Erfolg haben.

Wichtig: Hier geht es nicht darum, einen ganzen Berufszweig („Trader“) zu verurteilen und unsachlich mit den Begriffen „Zocker“ und „Spekulanten“ um sich zu schmeißen, wie es in den meisten Artikeln leider oft passiert.

Trader sind wichtig für die Märkte, ich kenne viele persönlich und es freut mich für jeden Trader, der wirklich erfolgreich an der Börse tradet. (Auch wenn viele dabei der Erfolgsillusion unterliegen – mehr dazu in Grund #4)

Hier geht es einzig und allein darum, aus welchen Gründen die meisten Privatanleger in meinen Augen kein aktives Trading (und speziell Day-Trading) an der Börse betreiben sollten und warum ein langfristig ausgerichteter Investmentansatz meistens die bessere Alternative ist.

Du kennst das Phänomen aus der Schule:

Es gibt Schüler, die ackern, lernen und tun alles für eine gute Note.

Dann gibt es die Schüler, die nur das Nötigste machen – und später trotzdem immer die bessere Note haben.

So ähnlich ist es an der Börse:

Die Trader tun alles, reagieren auf jedes Signal und hechten jeder Strategie hinterher, um möglichst gut zu investieren.

Der kluge, langfristige Anleger lehnt sich zurück, macht nur das Nötigste und justiert nur, wenn es wirklich sein muss. Und steht am Ende mit der besseren Rendite dar.

Viel Aufwand für gar keinen bis wenig Ertrag. Oder: Wenig Aufwand für viel Ertrag.

An der Börse entscheiden sich die meisten Menschen leider für die erstgenannte Option, das Trading – schließlich klingt alles so schön und die Hoffnung auf den schnellen Reichtum bleibt erhalten.

Aber Hoffnung und Glück sind keine Dinge, die dich bei der optimalen Vermehrung deines Geldes weiterbringen.

Lass dich also nicht von den falschen Versprechen und „Schneller-Reichtum-garantiert“-Illusionen leiten, sondern von deinem klaren Kopf und Verstand.

PS: Eine Alternative zum kurzfristigen Trading ist das langfristige Investieren. Hier zeige ich dir, wie du damit nachweislich (ohne Hokus Pokus oder irgendeine Wunderstrategie) bis zu 96% der Fondsmanager schlägst.

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