Aktien handeln lernen: Dein 7-Minuten-Crashkurs
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Aktien handeln lernen: Dein 7-Minuten-Crashkurs

Aktien handeln lernen – aber wie? Wie solltest du optimal vorgehen? Und auf welche Dinge musst du achten, um keine kostspieligen Fehler zu begehen?

Ich zeige dir in ca. 7 Minuten die wichtigsten Dinge, die du wissen musst.

Klar ist: Ich kann dich nicht in 7 Minuten über jedes Detail der Finanzwelt und der Geldanlage aufklären. Viel mehr dient es für dich als Schnelleinstieg und Schritt-für-Schritt-Plan, mit dem du dich weiter ins Thema einarbeiten kannst.

Also, legen wir los: Wie kannst du von 0 an den Aktienhandel lernen?

Aktien handeln lernen: Die Basics

Was sind Aktien überhaupt? Bei Aktien handelt es sich um Unternehmensanteile.

Indem du eine Aktie kaufst, hältst du also einen Anteil an einem Unternehmen, das an der Börse notiert ist.

Dafür, dass du dein Geld in diese Aktie steckst, hoffst du natürlich auf eine Entlohnung. Das ganze nennen wir Rendite.

Diese besteht dabei 1. aus einem möglichen Kursanstieg und 2. aus möglichen Gewinnausschüttungen, der sogenannten Dividende.

Damit ist das Ziel klar: Du möchtest insgesamt eine möglichst hohe Rendite (Kursanstieg + Dividende) als „Entschädigung“ dafür, dass du dein Geld verleihst und Risiko auf dich nimmst.

Wo und wie handelst du Aktien?

An der Börse kommen alle zusammen: Wertpapiere, Käufer, Verkäufer und viele Parteien mehr. Für uns sind aber in erster Linie nur diese relevant.

Aktien werden i.d.R. von Anleger zu Anleger gehandelt. Das bedeutet: Willst du eine Aktie von einem börsennotierten Unternehmen kaufen, kaufst du diese von einem anderen Anleger.

An der Börse wird laufend ein Preis für diese Aktie ermittelt: Der Aktienkurs.

Zu diesem Preis kannst du die Aktie kaufen und ein anderer Anleger die Aktie an dich verkaufen.

Es gibt noch einen Spread, der zwischen Kauf- und Verkaufskurs liegt, weshalb sich beide Kurse nicht zu 100% gleichen, bei viel gehandelten Aktien großer Unternehmen ist dieser meistens aber sehr gering.

Um an der Börse handeln zu können, brauchst du ein Depot. Dort werden deine Wertpapiere verwahrt. Ähnlich wie dein Bargeld auf deinem Girokonto verwahrt wird.

Dafür gibt es verschiedene Broker, die dir dies anbieten. Dabei solltest du es nicht bei deiner Hausbank eröffnen, da die Gebühren meistens viel zu hoch sind. Achte auf niedrigere Gebühren, ein großes Angebot, Seriosität und Komfort. Meine Empfehlung findest du hier.

Über einen Broker kannst du dein Depot kostenfrei eröffnen, Geld einzahlen und in Aktien investieren.

Und wie machst du das am besten? Das klären wir jetzt.

Musst du Aktien überhaupt handeln?

Wenn wir darüber sprechen, wie du Aktien handeln lernen kannst, müssen wir vorher eine wichtige Grundsatzfrage klären, die vielen gar nicht bewusst ist.

Musst du eine Aktie überhaupt handeln?

„Na klar! Was denn sonst?“ – wirst du jetzt vielleicht denken…

Logisch: Um eine Aktie zu besitzen, musst du sie erst einmal kaufen. Nur dann kannst du überhaupt eine positive Rendite erhalten.

Aber der Unterschied liegt im Verkauf!

Denn: Du musst die Aktie nicht verkaufen. Kennst du die Familie Quandt? Sie sind seit Jahrzehnten Großaktionäre von BMW. Sie denken vermutlich nie daran, ihre BMW-Aktien zu verkaufen – und trotzdem profitieren sie.

Warum man diesen ungewöhnlichen Weg wählen sollte, kann mehrere Gründe haben.

  1. Jedes handeln verursacht Gebühren bei deinem Broker. Hohe Gebühren schaden deiner Rendite und sind das meist unterschätzte Problem der meisten Privatanleger
  2. Du hast Steuervorteile und nutzt den Steuerstundungseffekt. Verkaufst du die Aktie, musst du die Gewinne sofort versteuern. Hältst du sie aber langfristig, musst du sie erst beim Verkauf und damit viel später versteuern.
  3. Du hast eine finanzielle Sicherheit in deinem Depot, die dir durch Dividenden regelmäßig Gewinne ausschütten kann.
  4. Du hast einen deutlich geringeren Zeitaufwand.
  5. Studien zeigen: Die Anleger, die weniger handeln, haben durchschnittlich eine höhere Nettorendite.

Du siehst also: Du musst nicht zwangsweise aktiv Aktien handeln und diese kurzfristig verkaufen. Du kannst dich auch als „Buy-and-hold“-Investor sehen und langfristige Perspektiven im Blick haben und die eben genannten Vorteile nutzen.

Unabhängig davon, ob du dich eher auf die kurzfristige oder langfristige Investitionen konzentrierst, ist die zentrale Frage: Wie investierst du in Aktien?

Wie investierst du optimal in Aktien?

Es gibt verschiedene Wege in Aktien zu investieren. Du kannst…

  1. direkt in Aktien eines Unternehmens investieren
  2. dir Anteile an einem Investmentfonds kaufen, der dein Geld wiederum in Aktien investiert
  3. dir sogenannte ETFs kaufen, anhand derer du kostengünstig in mehrere Aktien auf einmal investieren kannst
  4. in Wertpapiere investieren, die auf eine bestimmte Wertentwicklung einer Aktie wetten (Derivate wie Optionsscheine, Zertifikate etc.)

In Deutschland ist der Investmentfonds die populärste Methode. Gleichzeitig kann ich dir davon aber nur abraten, da statistisch 80% – 90% der Investmentfonds es auf Dauer nicht schaffen, eine Rendite über dem Durchschnitt für den Anleger zu erreichen.

Auch Derivate wie Optionsscheine und Zertifikate kann ich dir als Einsteiger nicht empfehlen. Sie sind im Vergleich komplizierter, intransparenter und haben höhere Risiken.

Spannend sind die direkte Investition in eine Aktie und das Investieren in einen ETF, der ein gesamtes Aktienbündel für dich bereitstellt.

Bspw. kannst du durch einen ETF auf den DAX in die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen investieren.

Dadurch kannst du kostengünstig mit nur einem einzigen Wertpapier in viele Aktien auf einmal investieren. Dadurch reduzierst du dein Einzelwertrisiko, dass du bei einzelnen Aktien oft hast, enorm.

Du siehst: Es gibt nicht den einen Weg, um in Aktien zu investieren. Wenn du also den Aktienhandel lernen willst, solltest du auch die indirekten Investitionsmöglichkeiten kennen.

4 Konzepte beim Aktienhandel, die du kennen musst

Um zu lernen, wie du mit Aktien handeln kannst bzw. erfolgreich in diese investierst, musst du 4 wichtige Konzepte verstehen.

Ohne diese Konzepte wirst du nicht dauerhaft erfolgreich sein. Und dabei ist es egal, ob du in Aktien oder ETFs investierst.

#1 – Rendite entsteht durch Risiko

Warum zahlen manche Unternehmen 5% Zinsen p.a. an ihre Kapitalgeber, andere aber nur 2% p.a.? Aus reiner Nächstenliebe?

Wohl kaum. Es gibt zwei Begriffe, die an der Börse nicht voneinander zu trennen sind.

Risiko und Rendite.

Genauer: Rendite entsteht durch Risiko. Würde es keine Entschädigung in Form einer höheren Rendite geben, würde niemand in ein riskanteres Unternehmen investieren.

Deshalb müssen Unternehmen, denen es finanziell schlechter geht, höhere Zinsen zahlen um an Geld zu kommen.

Du bekommst keine Rendite geschenkt – merk dir das! Und auch wenn die Bäckerei von nebenan dir 12% Zinsen auf dein Geld anbietet, gibt es Gründe, warum das so ist. Niemand verschenkt Geld.

Auch bei Aktien ist dieses Konzept ganz zentral. Du musst aber darauf achten für welche Risiken du entlohnt wirst.

Beim Aktienrisiko sprechen wir in erster Linie vom Risiko der Wertschwankungen. Deine Aktie kann steigen, sie kann aber auch fallen.

Je stärker eine Aktie schwankt, desto höher ist das Risiko und desto höher ist (theoretisch) auch deine Rendite.

Es gibt aber ein weiteres Risiko: Das Einzelwertrisiko. Doch dafür wirst du nicht entlohnt – und deshalb solltest du es  mit Konzept #2 eliminieren.

#2 – Diversifizierung ist das A und O

Investierst du dein Geld in nur eine Aktie, gehst du ein hohes Einzelwertrisiko ein: Das Risiko, dass dein Unternehmen pleite geht.

Dieses Einzelwertrisiko gibt es nicht nur an der Börse: Viele Menschen haben ein Eigenheim, das ca. 90% ihres Vermögens ausmacht.

Verschlechtert sich nun die Lage, da der nahestehende Supermarkt schließt, ein großes Unternehmen seine Arbeitsplätze verlagert, ein Flughafen gebaut wird etc. wird der Wert des Eigenheims fallen. Das Vermögen sinkt.

Klar, das Eigenheim soll in den meisten Fällen nicht verkauft werden, aber es verdeutlicht das Konzept: Alles auf eine Karte zu setzen ist ein hohes Risiko.

Deshalb solltest du auch beim Investieren in Aktien diversifizieren: Halte nicht nur eine, sondern fünf, zehn oder sogar hunderte Aktien, bspw. kostengünstig durch ETFs.

Dadurch kannst du dein Einzelwertrisiko eliminieren und ruhiger schlafen.

#3 – Wenn die Theorie versagt

Du kannst dir viel Wissen aneignen. Und das solltest du auch.

Du kannst Bücher lesen, Seminare besuchen, Blogs wie diesen hier lesen oder dir exklusiv in meinem E-Mail Newsletter und meinen Videokursen das beste Know-How holen.

Das ist gut und wichtig, wenn du teures Lehrgeld an der Börse vermeiden willst.

Das Umsetzen dieses theoretischen Wissens in der Praxis ist allerdings weitaus schwieriger.

Du kannst dir vorher sagen: „Egal was passiert – kommt es zu einem Börsencrash, verfalle ich nicht dem Herdentrieb und verkaufe meine Aktien, sondern halte sie, bis die Kurse wieder steigen!“

Der Ansatz ist gut und richtig. Aber wie reagierst du in der Praxis, wenn dein Aktiendepot vorübergehend mit 40% im Minus ist? Wirst du panisch und verkaufst?

Wie reagierst du, wenn eine einzelne Aktie von dir um +100% zulegt? Wirst du gierig und kaufst diese Aktie blind nach?

All das sind Fragen, die in der Theorie kaum zu beantworten sind. Und wenn du das Aktien handeln lernen willst, gehört immer deine eigene Psyche in der Praxis dazu.

Du hast zentral 3 Möglichkeiten um deinen eigenen Emotionen beim Aktienhandel vorzubeugen:

  1. Setze dir von vornherein klare Regeln (bspw.: bei +50% Gewinn verkaufe ich)
  2. Schwäche dein Risiko ab, indem du auch in Anleihen, Rohstoffe etc. investierst
  3. Learning by doing: Wenn du speziell das aktive Aktien handeln lernen möchtest ist Praxiserfahrung unerlässlich.

Ein Musterdepot zu eröffnen ist übrigens keine davon. Beim Musterdepot investierst du nur mit Spielgeld, die psychische Situation ist also kaum vergleichbar. Ein Musterdepot hat eher etwas vom Brettspiel Monopoly, aber nicht von einer funktionierenden Geldanlage in der Praxis.

#4 – Viele Wege führen nach Rom

Viele Menschen erzählen dir etwas anderes an der Börse.

Der eine ist der Aktien-Oberguru und hat jedes Jahr angeblich die besten Aktientipps. Der andere prophezeit jedes Jahr einen Aktiencrash und wenn er eingetreten ist, lässt er sich feiern.

Die einen handeln tagtäglich, die anderen entspannt und langfristig.

Die einen schwören auf technische Analysen, bei denen lediglich der Kursverlauf angeschaut wird, die anderen auf die fundamentale Analyse, die sich tatsächlich mit dem Unternehmen hinter der Aktie beschäftigt.

Wichtig ist: Es gibt viele Wege, die für dich funktionieren können.

Vor allem musst du aber den Weg finden, der für dich der richtige ist.

Ich z.B. habe weder Zeit noch Lust tagtäglich stundenlang Börsenkurse zu verfolgen, daher investiere ich langfristig. Außerdem verlasse ich mich auf das Ergebnis von Studien, die zeigen, dass ca. 90-95% aller Daytrader Geld verlieren.

Jeder Mensch ist unterschiedlich hinsichtlich des Vermögens, der Zeit, der Risikobereitschaft, des Anlagehorizonts, der Erfahrung etc. Deshalb gibt es keine Wunderstrategie, die für jeden optimal ist.

Finde heraus, was für dich wichtig ist, was deine Ziele sind und mit welchen Methoden du diese erreichen kannst.

Du kannst passiv und entspannt in ETFs investieren. Oder du wandelst auf den Spuren von Warren Buffett und suchst Aktien nach den Kriterien des Value-Investings heraus und investierst in diese.

Viele Wege führen nach Rom. Du musst nur den finden, der für dich optimal ist.

Diese 4 Konzepte verdeutlichen: Aktien handeln lernen besteht nicht nur daraus, einmal die richtigen Aktien zu kaufen.

Viel mehr geht es um das fundamentale Wissen, um dein Geld erfolgreich in Aktien anzulegen.

Die erfolgreiche Geldanlage ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Du wirst schließlich dein Leben lang mit Geld umgehen und möchtest es immer gut anlegen.

Aktien handeln lernen: Die wichtigsten 10 Dinge zusammengefasst

Fassen wir also zusammen: Was hast du in diesem ca. 7 minütigen Aktienhandel-Crashkurs gelernt?

  1. Aktien sind Unternehmensanteile.
  2. Aktien werden an der Börse gehandelt und jederzeit bewertet.
  3. Das Kaufen von Aktien und anderen börsengehandelten Wertpapieren läuft ausschließlich über einen geeigneten Broker.
  4. Du musst Aktien nicht aktiv handeln: Die Buy-and-hold-Strategie bietet viele attraktive Vorteile.
  5. Du kannst direkt in Einzelaktien oder indirekt, bspw. durch ETFs, in Aktien investieren.
  6. Rendite kommt von Risiko.
  7. Nutze die Diversifikation.
  8. Die Theorie ist nicht alles.
  9. Es gibt viele Wege an der Börse erfolgreich zu sein. Finde den richtigen für dich.
  10. Hier zeige ich dir, welche 5 spannenden Value-Aktien ich entdeckt habe und wie du selbst das auch schaffst.

Aktien liefern hervorragende Renditen. Es sind Sachwerte, die in dein Depot gehören. Deine Chance, von der Wirtschaftsentwicklung zu profitieren und dein Geld zu vermehren.

Du willst das Aktien handeln lernen? Sehr gute Entscheidung!

Nimm diese 10 Punkte als Schritt-für-Schritt-Plan, um dein Geld erfolgreich in Aktien anzulegen und zu vermehren.

Sonst macht es ein anderer. 😉

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