Die 15 wichtigsten Aktienkennzahlen, die du kennen musst

Die 15 wichtigsten Aktienkennzahlen, die du kennen musst

Aktienkennzahlen helfen dir bei der Fundamentalanalyse einen schnellen Überblick über eine Aktie zu bekommen...

Und Ja, die Aktienbewertung kann nervenaufreibend und langwierig sein...

Muss sie aber nicht. 😉

Es gibt einige Kennzahlen, die dir dein Leben vereinfachen und mit denen du dir bei der Fundamentanalyse schnell einen Überblick über ein Aktienunternehmen verschaffen kannst.

Ich zeige dir, welche 15 Aktienkennzahlen die wichtigsten sind, wie du diese berechnest und wie du diese Aktienkennzahlen interpretieren solltest.

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Außerdem kannst du dir hier gratis den kompletten Artikel inklusive 5 weiterer Kennzahlen als PDF-Datei herunterladen (zum Download →).

Kennzahlen zu den Basisdaten

#1 – Aktienkurs

Der Aktienkurs gibt den Preis an, für den ein Unternehmensanteil aktuell gehandelt wird. Gleichzeitig liefert der Aktienkurs durch seine vergangene Entwicklung einen Einblick in den Erfolg oder Misserfolg der letzten Jahre und Jahrzehnte der Aktiengesellschaft.

Dabei ist ein Unternehmen, dessen Aktie für 100€ gehandelt wird, nicht automatisch mehr wert als eine Aktie, die für 10€ gehandelt wird.

Der Grund: Die Aktienunternehmen geben unterschiedliche Mengen an Aktien heraus. 

Wenn ein Unternehmen 5 Millionen Euro wert ist, aber nur eine einzige Aktie herausgibt, kostet diese eine Aktie 5 Millionen Euro. Trotzdem sind die großen DAX-Konzerne, deren Aktien sich meistens im 1- bis 3-stelligen Bereich bewegen, natürlich viel wertvoller.​

Merke

Der Aktienkurs allein sagt nichts über die Bewertung einer Aktie aus!

Die entscheidende Kennzahl für die aktuelle Bewertung eines Unternehmens ist die…

#2 – Marktkapitalisierung

Berechnung

Marktkapitalisierung = Aktienkurs x Anzahl ausgegebene Aktien

Bedeutung: Die Marktkapitalisierung gibt an, wie viel ein Unternehmen aktuell an der Börse wert ist. Deshalb wird diese Kennzahl auch oft als Börsenwert bezeichnet.

Fällt der Aktienkurs mal um 10%, hat sich also auch der Börsenwert um 10% (was oft mehreren Milliarden Euro entspricht) verringert.

#3 – Streubesitz

Der Streubesitz gibt an, wie viele der ausgegebenen Aktien dem Börsenhandel zur Verfügung stehen.

Welche Aktien stehen dem Handel nicht zur Verfügung? Alle Aktien, die in den Händen von Großaktionären sind. Dazu gehören oft Firmengründer, Großinvestoren, Vermögensverwalter und Investmentfonds.

Die Vorteile bei einem großen Streubesitz liegen meistens bei einer hohen Handelbarkeit einer Aktie und einer geringeren Abhängigkeit von den Großaktionären.

Allerdings können auch gerade Großaktionäre oft langfristiger denken als die breite Masse an Anlegern und lassen sich nicht so schnell verunsichern, was die Schwankungen des Aktienkurses senken kann.

#4 – Umsatz

Der Umsatz sagt noch nichts über die Profitabilität eines Unternehmens aus, ist aber ein Indikator für die Größe eines Unternehmens und fließt in viele andere Kennzahlen mit ein.

Es ist schlichtweg die Kennzahl, die ohne Berücksichtigung der Kosten angibt: Wie viel hat das Unternehmen eingenommen?

Aktienkennzahlen zur Profitabilität

#5 – Gewinn

​Der Gewinn ist eine der wichtigsten Kennzahlen.

Aber Gewinn ist nicht gleich Gewinn. Hier sind die gängigsten Unterscheidungen das EBITDA, EBIT und der Jahresüberschuss.

Du verstehst nur Bahnhof? Keine Angst, das ändern wir sofort.

Gewinnberechnung (vereinfacht)

Umsatz

- Produktionskosten

= EBITDA (Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)

- Abschreibungen (Wertverlust von Sachanlagen und immateriellen Gütern)

= EBIT (Gewinne vor Zinsen und Steuern)

- Zinsen

- Steuern

= Jahresüberschuss

Bedeutung: Das EBITDA sagt noch nicht viel über den tatsächlichen Gewinn aus, zeigt aber, ob ein Unternehmen aus dem reinen Produktverkauf profitabel ist und lässt dabei andere Kostenpunkte außen vor.

Das EBIT korrigiert diese Kennzahl um die Abschreibungen (also Wertverluste), die keine Ausgabe darstellen, aber durch einen gesunkenen Wert vom Gewinn abzuziehen sind. Das EBIT wird auch oft als "operatives Ergebnis" bezeichnet.

Schlussendlich werden als letzte Ausgaben noch die Zinsen für Kredite und die zu zahlenden Steuern abgezogen um festzustellen, wie hoch der letztendliche Gewinn insgesamt war.

Merke

Das EBITDA gibt  an wie profitabel das Kerngeschäft ist, das EBIT inkludiert Abschreibungen und verringert den Gewinn gerade bei kapitalintensiven Unternehmen deutlich, der Jahresüberschuss gibt an, was letztendlich für dich als Aktionär von den Einnahmen übrig bleibt.

#6 – Gewinnwachstum

Das Gewinnwachstum​ ist schnell erklärt: Diese Aktienkennzahl gibt an, wie stark die Gewinne in einem bestimmten Zeitraum gestiegen sind oder schätzungsweise steigen werden.

Du kannst es also in zwei Richtungen betrachten: Du schaust in die Zukunft oder in die Vergangenheit.

In jedem Fall sind die Schätzungen, die meistens von Analysten aufgestellt werden, mit großer Unsicherheit verbunden: Niemand hat eine Glaskugel.

Nichtsdestotrotz kann das Betrachten des Gewinnwachstums als groben Indikator aus zwei Gründen interessant sein:

  1. Es zeigt dir, ob du es tendenziell mit einem schrumpfenden, stagnierenden oder wachsenden Unternehmen zu tun hast.
  2. Du ​kannst grob erkennen, welche Gewinnerwartungen die Anlegerwelt an die jeweilige Aktie hat, worauf meistens ein Großteil der Aktienbewertung an der Börse beruht, und dies mit deiner eigenen Einschätzung abgleichen.

#7 – Eigenkapitalrendite

Berechnung

Eigenkapitalrendite = Gewinn / Eigenkapital

Bedeutung: ​Als Aktionär eines Unternehmens bist du Eigenkapitalgeber. Das bedeutet, dass du am Gewinn beteiligt wirst, aber das Risiko der Wertschwankungen und im schlimmsten Fall des Wertverlustes eingehst.

​Das Gegenstück zum Eigenkapital ist das Fremdkapital. Dabei handelt es sich meistens um festverzinsliche Kredite, wie bspw. der klassische Bankkredit.

​Die Eigenkapitalrendite als Aktienkennzahl setzt dabei den Gewinn (üblicherweise EBIT oder Jahresüberschuss) ins Verhältnis zu dem von den Aktionären eingesetzten Geld um zu ermitteln, wie rentabel das Aktionärsgeld eingesetzt wird.

Merke

Je höher die Eigenkapitalrendite, desto rentabler wirtschaftet das Unternehmen mit deinem Geld.​

Kennzahlen zur Aktienbewertung

#8 – Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Berechnung

Kurs-Gewinn-Verhältnis = Aktienkurs / Gewinn je Aktie

Bedeutung: Das KGV ist die Mutter aller Kennzahlen zur Aktienbewertung.

Sie setzt​ den Preis, den du für eine Aktie zahlst (= Aktienkurs) ins Verhältnis zu dem Gewinn, der aktuell auf diese Aktie entfällt (= Gewinn pro Aktie).

Beispiel

Beträgt der Gewinn pro Aktie 10€ und du zahlst 120€ pro Aktie, beträgt das KGV 12. Bei einem KGV von 12 zahlst du also das 12-fache der aktuellen Gewinne.

Ein niedriges KGV spricht dabei für eine günstige Bewertung, ein hohes für eine teure.

Ein niedriges KGV ist gleichzeitig oft ein Indikator für schwierige oder unsichere Zukunftsausschichten, wohingegen ein hohes KGV oft bei Unternehmen zu sehen ist, denen ein hohes und starkes Wachstum prognostiziert wird.

Trotzdem - oder viel mehr gerade wegen dieser Schwierigkeiten und der damit einhergehenden günstigeren Bewertung - haben sich in Studien Aktien mit niedrigem KGV statistisch eher bewährt und es stellt gleichzeitig eine zentrale Kennzahl im beliebten Value-Investing nach Warren Buffett dar.​

Beispiele dafür sind Unternehmen wie Amazon, Tesla oder auch Facebook in der Anfangsphase.

Merke

Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 12 - 15 gelten als durchschnittlich. Alles darunter spricht für eine niedrige Bewertung und pessimistischere Zukunftserwartungen, alle Werte darüber für eine höhere Bewertung und damit einhergehend eine höhere Erwartungshaltung an die Gewinne der Zukunft.

#9 – Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Berechnung

Kurs-Umsatz-Verhältnis = Aktienkurs / Umsatz je Aktie

Bedeutung: Das KUV verfährt nach dem gleichen Prinzip wie das KGV, nur das hier der Umsatz statt des Gewinns ins Verhältnis zum Aktienkurs gesetzt wird.

Die Aussage ist also: Wie viel Geld nimmt das Unternehmen pro Euro, den du in die Aktie investierst, ein?​

#10 – Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Berechnung

Kurs-Cashflow-Verhältnis = Aktienkurs / Cashflow je Aktie

Bedeutung: Die Aktienkennzahlen des KCVs und des KGVs sind ähnlich - mit einem kleinen, aber feinen Unterschied:

Hier beim KCV werden nicht die Gewinne betrachtet, sondern die Zahlungsflüsse. Ein simples Beispiel:

Kauft ein Unternehmen​ ein Auto für 50.000€, ändert sich am Gewinn vorerst nichts bis auf den Wertverlust von womöglich 8.000€ im 1. Jahr, da das Auto einen Restwert von 42.000€ hat.

​Der Cashflow sinkt dadurch jedoch um die vollen 50.000€, da dieses Geld aus dem Unternehmen heraus fließt. Es steht dem Unternehmen also nicht für andere Zwecke zur Verfügung.

Das zeigt uns, was die Vor- und Nachteile des KCVs sind:

Während ein Gewinn mit buchhalterischen Methoden beeinflusst werden kann, ist das beim KCV weniger möglich. Dies ist der Vorteil des KCVs und deshalb wird es oft zur Ergänzung bei der Aktienbewertung herangezogen.​

Der Nachteil dieser Aktienkennzahl: Durch hohe einmalige Investitionen kann das KCV eines einzelnen Jahres starken Schwankungen unterliegen.

#11 – Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Berechnung

Kurs-Buchwert-Verhältnis = Aktienkurs / Buchwert je Aktie

Bedeutung: Das KBV ist eine Kennzahl mit langer Tradition in der Fundamentalanalyse und Unternehmensbewertung. Während die vorherigen Aktienkennzahlen eher ertragsorientiert waren, ist das KBV substanzorientiert.

Der Buchwert besteht vereinfacht gesagt aus dem Eigenkapital, das ein Unternehmen besitzt.

Das KBV gibt also an, wie hoch das Vermögen ist, das auf jeden Euro entfällt, den du in das Aktienunternehmen investierst.

Beispiel

Auf eine Aktie der Aktienboss AG entfallen 30€ Buchwert. Notiert der Aktienkurs bei 30€ entspricht das einem KBV von 1, also entspricht der Buchwert dem Marktwert.

Liegt der Aktienkurs höher steigt das KBV und die Aktie ist teurer bewertet und umgekehrt.

Ja, es gibt tatsächlich Aktien, bei denen du 1€ bezahlst und dafür mehr Geld, also bspw. 1,20€, an Unternehmenskapital erhältst. Das geht meistens mit Verlusterwartungen für die nächsten Jahre einher, die das Eigenkapital senken können.

#12 – Dividendenrendite

Berechnung

Dividendenrendite = Dividende / Aktienkurs

Bedeutung: Die Dividendenrendite gibt an, wie hoch die Ausschüttung pro Euro, den du investierst, zuletzt ausgefallen ist.

Beispiel

Beträgt der Aktienkurs 100€ und es werden 3€ pro Aktie ausgeschüttet, beträgt die Dividendenrendite 3%.

​Eine Dividende wird vor allem von Dividenden-Investoren sehr geschätzt, die das Geld manuell reinvestieren wollen oder sich das Leben mit einem passiven Einkommen versüßen wollen.

Aktienkennzahlen zur finanziellen Stabilität

#13 – Eigenkapitalquote (EKQ)

Berechnung

Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Bilanzsumme

​Bedeutung: Was Eigenkapital ist habe ich dir bereits bei der Eigenkapitalrendite erklärt.

​Über die Rendite hinaus ist die Quote des Eigenkapitals allerdings eine zentrale Kennzahl für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens:

Merke

Je höher der Eigenkapitalanteil ist, desto kreditwürdiger und weniger krisenanfällig wird ein Unternehmen eingeschätzt.

​Liegt die EK-Quote bei 100%, bedeutet das, dass keine Schulden vorhanden sind und das gesamte Kapital von den Eigenkapitalgebern stammt.

Eine EK-Quote von 100% gibt es allerdings kaum, da sie meistens nicht wünschenswert ist: Oft ist es viel rentabler einen günstigen Kredit für eine profitable Investition aufzunehmen, statt neues Eigenkapital einzusetzen und den Gewinn mit mehr Anlegern teilen zu müssen.

Eine EK-Quote von 0% bedeutet dagegen, dass ​kein Kapital von Eigenkapitalgebern (mehr) vorhanden ist und das Unternehmen komplett auf geliehenem Geld aufgebaut ist.

Merke

​Die Eigenkapitalquote sollte dabei eher bei einem Vergleich innerhalb einer Branche verwendet werden, da die EK-Quoten bei Kreditinstituten üblicherweise viel geringer sind als bei kapitalintensiven Unternehmen.

#14 – Verschuldungsgrad

Berechnung

Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital

Bedeutung: ​Der Verschuldungsgrad hat eine ähnliche Aussage wie die Eigenkapitalquote, unterscheidet sich aber in seiner Berechnung.

Hier​ gelten daher die gleichen Gesetze: Je höher der Verschuldungsgrad, desto riskanter ist ein Unternehmen generell einzuschätzen.

Beispiel

Ein Unternehmen hat eine Bilanzsumme von 10 Mrd. Euro. Davon entfallen 4 Mrd. Euro auf das Eigenkapital und 6 Mrd. Euro auf das Fremdkapital. Damit beträgt der Verschuldungsgrad 150% (6 Mrd. Euro / 4 Mrd. Euro).

#15 – Zinsdeckungsgrad

Berechnung

Zinsdeckungsgrad = EBIT / Zinsaufwand

Bedeutung: Die letzte Aktienkennzahl, der Zinsdeckungsgrad, gibt an, inwiefern es ein Unternehmen schafft die Zinsen seiner Kredite zurückzubezahlen.

Dazu wird der Gewinn (meistens EBIT) ins Verhältnis zu den zu zahlenden Zinsen für das Fremdkapital gesetzt.

Dabei greift diese Kennzahl oft Hand in Hand mit dem Verschuldungsgrad, da die Zinsbelastung i.d.R. dann höher ist, wenn auch der Verschuldungsgrad höher ist.

Liegt der Zinsdeckungsgrad unter 1,0 sollten bei dir die Alarmglocken läuten: 

Das Unternehmen hat es dann zuletzt nicht geschafft, einen Gewinn zu erwirtschaften, der ausreichen würde, um die Zinsen der Kredite zu decken.

Merke

Ein Zinsdeckungsgrad von unter 1 kann ein starker Indikator für drohende Zahlungsschwierigkeiten in der Zukunft sein.

Die 15 (+ 5) wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung von Aktienunternehmen

​Natürlich sind diese Aktienkennzahlen noch nicht das Ende der Fahnenstange:

Es gibt tausende Kriterien, Kennzahlen und Fakten, die du dir über ein Aktienunternehmen hinsichtlich der Fundamentalanalyse anschauen kannst.

Aber weder kannst noch musst du dir alle Tausend Kennzahlen anschauen.

Die hier gezeigten Aktienkennzahlen decken einen Großteil dessen ab, was du über ein Aktienunternehmen wissen musst.​

Und ehe ich es vergesse...

Ich habe noch ein Geschenk für dich!

Über folgenden Link kannst du dir den kompletten Artikel inklusive 5 weiteren (noch nicht erwähnten) Aktienkennzahlen gratis herunterladen.​

Darin ​gebe ich dir noch Kennzahlen um den Wert eines Unternehmens alternativ zur Marktkapitalisierung zu ermitteln, eine Kennzahl zur Ermittlung der Gewinnmarge, eine Kennzahl um die kurzfristige Liquidität zu ermitteln und noch zwei weitere.

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