Die Nachteile von ETFs: Diese negativen Aspekte musst du kennen

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In der ETF-Branche herrscht Aufbruchstimmung.

Das in ETFs investierte Geld wird Jahr für Jahr größer. Alle schwärmen von den passiven, kostengünstigen Indexfonds, die die meisten Investmentfonds schlagen.

Nicht zuletzt habe ich einen Videokurs erstellt, der ganz zentral ETFs als Mittel für die erfolgreiche passive Anlagestrategie beinhaltet.

Aber irgendwo muss doch ein Haken sein, oder?

Es gibt durchaus Nachteile, die ETFs mit sich bringen. Dinge, über die sich aktive und passive Investoren laufend heiße Debatten liefern.

Und da ich mich im Zuge meines Videokurses ausführlich mit ETFs auseinandergesetzt habe und ich immer ein reflektiertes Bild liefern möchte, gehört dazu ganz zentral, dass wir uns auch die Nachteile von ETFs anschauen und vergegenwärtigen.

Wie schwerwiegend diese sind, wie sie sich auf unsere Geldanlage auswirken und warum ETFs nicht die Lösung aller Probleme sind, kläre ich in diesem Artikel.

Vorab: Wenn du noch nicht weißt, was ETFs überhaupt sind, empfehle ich dir diesen Artikel.

Es gibt 7 konkrete Punkte, die ETF-Gegnern ein Dorn im Auge sind.

1. Ein ETF ist teurer als eine Aktie

Eine einzelne Aktie hat keine laufenden Kosten. Sobald du die Aktie gekauft hast befindet sie sich in deinem Besitz und fordert keine Zahlungen mehr.

Ein ETF fordert dagegen, dass du jährlich etwas von deiner Rendite abdrückst. Diese Gebühr verlangt die Fondsgesellschaft dafür, dass sie den Index laufend für dich abbildet.

Das bedeutet: Ein ETF hat jährliche Kosten, eine Aktie nicht. Auch der Besitz von 50 Aktien hätte keine laufenden Kosten zur Folge.

Diese jährliche Gebühr fehlt also bei der Rendite des ETFs und macht in der Regel 0,1 – 0,7% aus.

Der ETF ist also bei den jährlich anfallenden Kosten unterlegen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Denn dafür haben ETFs bei den Ordergebühren ganz klar die Nase vorn:

Jeder Aktien- und ETF-Kauf verlangt Gebühren.

Um so breit zu investieren wie ETFs musst du sehr viele Aktien kaufen. Das führt dazu, dass du viel öfter Ordergebühren zahlen musst, als würdest du nur einen ETF kaufen.

Je größer dein Kapital ist, desto weniger fällt die Ordergebühr ins Gewicht, da sie dann bei den meisten Brokern einen kleineren Anteil an deiner Investitionssumme ausmacht.

Solange du breit diversifizieren möchtest sind ETFs – trotz laufender Kosten (in Höhe der TER) – die günstigere Wähl.

Hast du ein größeres Kapital und genug Gründe (welche die meisten nicht haben), dein Geld in Einzelaktien zu investieren, können Aktien günstiger sein als ETFs. Du wirst eine höhere Ordergebühr zahlen, musst dafür aber jährlich keinen Cent mehr abdrücken.

(Tipp: Willst du wissen, wie du die ETFs findest, die wirklich am günstigsten sind - und zwar viel genauer als mit der TER? Schaue dir mein Video dazu an.)

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2. Die Marktrendite muss reichen

„Indem du breit in einen ganzen Markt investierst, erreichst du zwangsläufig die Durchschnittsrendite aller Aktien in diesem Markt.“

Was im ersten Moment logisch klingt, ist in Wahrheit falsch.

Tatsächlich erreichst du fast zwangsläufig eine überdurchschnittliche Rendite – ohne Hokus Pokus, sondern dank reiner Mathematik und des passiven Anlageansatzes.

Der Unterschied liegt in der Brutto- und der Nettorendite.

Die Bruttorendite ist die Rendite, die ein Anleger erreicht, ohne dass die anfallenden Kosten (Ordergebühren, Spread, Steuern…) abgezogen wurden.

Die Nettorendite ist um diese Kosten bereinigt. Sie ist also die Rendite, die du als Anleger letztendlich als Verzinsung auf dein Kapital erhältst – und deshalb ist sie auch ausschlaggebend.

Betrachten wir die Bruttorendite erreichen wir tatsächlich nur den Durchschnitt anhand des passiven Investierens.

Unsere Nettorendite ist aber fast zwangsläufig über der Rendite der aktiven Anleger, da wir in der Regel deutlich geringere Kosten haben als die anderen Anleger. Das liegt schlichtweg daran, dass wir kaum Handeln.

Und dadurch erreichen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit eine überdurchschnittliche Nettorendite.

Hier siehst du das ganze veranschaulicht. Dabei habe ich angenommen, dass dem aktiven Investor Kosten in Höhe von 3% p.a. anfallen und dem passiven Investor Kosten von 0,5% p.a. anfallen.

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Jetzt könnte ein Feind des passiven Investorens noch argumentieren:

Okay, aber einer der beiden Anleger liegt ja trotzdem über der Nettorendite des passiven Investors.

Das stimmt. Und tatsächlich wird es immer mal bessere Investoren geben als den passiven Investor.

Jedoch zeigen empirische Ergebnisse, sowohl was den Erfolg der Privatanleger als auch den Erfolg der Fondsmanager angeht, dass sich diese „besseren Investoren“ häufig abwechseln und oft zufallsbedingt an der Spitze stehen.

Je länger wir das ganze aber betrachten, desto geringer wird die Zahl derer, die den passiven Investor schlagen.

Die langfristige Entwicklung habe ich ebenfalls für dich verdeutlicht, basierend auf den obigen Daten und der Annahme, dass der Erfolg der aktiven Investoren zufallsbedingt ist:

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Es lässt sich darüber streiten, wie groß der Vorsprung des passiven Investors ist. In der Vergangenheit haben Indexfonds die aktiv gemanagten Investmentfonds um ca. 3% – 5% p.a. hinter sich gelassen.

Außerdem gibt es immer wieder Versuche, aktive Anlagestrategien zu konstruieren, die den Markt verlässlich schlagen. Aber, wie die Untersuchungen zeigen, ist das a) sehr selten und b) ändert es nichts daran, dass das passive Investieren eine überdurchschnittliche Rendite liefert.

Der letzte „Kritikpunkt“, der übrig bleibt: Das passive Investieren nimmt die Chance auf die Riesengewinne.

Du wirst dein Geld nicht in kurzer Zeit vervielfachen, wie es bei kleinen Start-Ups der Fall sein könnte. Du wärst auch nicht vor 10 Jahren auf die Apple-Aktie gestoßen, mit der du reich geworden wärst.

Genauso wirst du aber auch kaum erleben, dass du dein ganzes Geld in einem ETF versenkst. Ein breit diversifizierter ETF geht nicht so einfach pleite wie es bei einer einzelnen Aktie der Fall sein kann.

Das ist für die einen die Genügsamkeit, die bei geringem Risiko zu einer sehr guten und überdurchschnittlichen Rendite führt.

Die anderen wollen den Nervenkitzel. Sie wollen potentielle Super-Aktien finden, den Markt vorausahnen und ihn schlagen. Der passive Investor gibt sich diesen Versuchungen nicht hin.

Wenn dein Ziel lautet, mit aller Macht eine Rendite weit über der Marktrendite erzielen zu wollen sind ETFs nicht das optimale Mittel für deine Geldanlage.

Wenn du mit hoher Wahrscheinlichkeit aber eine überdurchschnittliche Rendite erreichen willst, sind sie sehr gut für dich geeignet.

3. ETF-Anleger sind Trittbrettfahrer

Die verbreitete Theorie, auf die viele ETF-Investoren schwören, ist die Effizienzmarkthypothese.

Diese besagt, dass alle verfügbaren Informationen schon in den Aktienkurs eingepreist sind und es nicht möglich ist, ohne das Eingehen eines höheren Risikos, eine bessere Rendite zu erzielen.

Diese weit verbreitete Theorie nimmt also an, dass auf den Märkten faire Aktienpreise herrschen. Das ist auch durchaus nachvollziehbar.

Werden schlechte Nachrichten veröffentlicht fällt der Aktienkurs. Bei guten Neuigkeiten steigt der Aktienkurs.

Dadurch entsteht ein Preis, bei dem das Angebot und die Nachfrage im Gleichgewicht sind, den alle Anleger gemeinsam schaffen.

Weil es nach dieser Hypothese nicht möglich ist eine Überrendite zu erzielen, wird in ETFs und passiv investiert.

Dadurch ist der ETF-Anleger ein Trittbrettfahrer: Fondsmanager, Analysten und Privatanleger sorgen für faire Preise auf dem Markt.

Sie analysieren Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitkonkurrenten, das Management und viele weitere Aspekte. Sie sorgen für die fairen Preise auf dem Markt.

Der Anleger, der breit in den Markt investiert, macht sich also die fairen Preise zunutze, zu denen er selbst nichts beiträgt.

Im Gegenteil: Er trägt sogar dazu bei, dass die Preise unfairer werden. Wie das passiert erfährst du im nächsten Punkt.

4. ETFs verstärken Kursbewegungen

Die replizierenden ETFs bilden die Entwicklung des zugrundeliegenden Index ab, indem sie die darin enthaltenen Aktien tatsächlich kaufen.

Das ist der logische Vorgang um einen Markt abzudecken: Kaufe einfach die darin enthaltenen Aktien.

Wenn ein Aktienkurs steigt, bedeutet das, dass mehr Anleger diese Aktie kaufen. Die Aktie wird also beliebter.

Indem der Aktienkurs steigt, gewinnt ein Unternehmen an der Börse an Wert.

Genau das muss der ETF berücksichtigen: Der ETF beinhaltet die Aktien, gewichtet mit ihrem Börsenwert.

Wenn der Börsenwert steigt, muss der ETF auch diese Aktie nachkaufen, damit die Gewichtung wieder der Gewichtung des Index entspricht.

Dadurch werden also nochmal mehr Aktien gekauft als ohnehin schon gekauft wurden. Der Aufwärtstrend wird durch ETFs künstlich verstärkt.

Genauso funktioniert es umgekehrt: Wenn viele Anleger eine Aktie verkaufen muss auch der ETF diese Aktie verkaufen. Dadurch fällt der Kurs stärker, als die Anleger es eigentlich beabsichtigten.

Dadurch werden die Kursbewegungen künstlich verstärkt. Der ETF macht einfach das, was die meisten Anleger auch tun.

Das führt dazu, dass die Aktienkurse von ihrem „fairen Wert“ abweichen, da der Aktienkurs nicht mehr nur durch alle aktiven Marktteilnehmer bestimmt wird, sondern ebenfalls durch die replizierenden ETFs.

Zum Glück sind wir davon in der Realität noch weit entfernt. Aber…

5. Was passiert, wenn alle nur noch ETFs kaufen?

In Deutschland nutzen bisher nur wenige Anleger ETFs. Wir sind also weit davon entfernt, dass diese ETFs eine große Auswirkung auf das Marktgeschehen haben – bisher jedenfalls.

ETFs bieten nach wie vor viele Vorteile. Das wird dazu führen, dass immer mehr Menschen in ETFs investieren.

Die Finanzbranche tut aber ihr Bestes, um den Leuten ihre überteuerten Produkte aufzudrücken, weshalb das ganze etwas ausgebremst wird.

Wie relevant ETFs in 10 Jahren sein werden ist sehr spekulativ und kann keiner beantworten. Was passiert aber, wenn der Großteil der Anleger in ETFs investiert?

Je mehr Menschen ihr Geld in ETFs packen, desto weniger Akteure sorgen für die Preise auf dem Markt.

Aber wie wir gesehen haben: Der Erfolg der ETFs beruht darauf, dass alle Marktteilnehmer für faire Preise sorgen.

Je weniger Akteure tatsächlich Unternehmen analysieren und damit das Unternehmen bewerten, desto stärker wird der Preis einer Aktie vom tatsächlichen Wert abweichen.

ETFs urteilen nicht über den Wert einer Aktie. Sie nehmen den Wert, den die anderen Marktteilnehmer herstellen.

Das wird größere Chancen für aktive Anleger eröffnen. Da dann nur weniger Akteure für die Preisfindung verantwortlich sind, ist es wahrscheinlicher, mit Geschick und Wissen günstige Aktien zu finden.

Je ineffizienter der Markt wird, desto besser steht der aktive Anleger dar.

Aber dazu sei gesagt: Dieses Szenario ist noch weit entfernt und nicht abzusehen.

6. ETFs haben keine eigene Meinung

Viele Fondsmanager stören sich an den ETFs, die große Aktienbestände in ihren Reihen halten.

Die meisten Aktien beinhalten ein Stimmrecht. Dieses Stimmrecht kann auf der Hauptversammlung genutzt werden, um für oder gegen Pläne des Vorstandes zu stimmen.

Für Privatanleger ist das weniger relevant. Fondsmanager, die große Aktienbestände eines Unternehmens halten, erreichen dadurch aber ein großes Mitspracherecht.

Hält ein Fonds 20% eines Unternehmens, was in der Realität gar nicht so selten vorkommt, besitzt er 1/5 der Stimmrechte. Dadurch spielt er eine enorme Rolle in der Unternehmenspolitik.

Außerdem dient er als Kontrollmechanismus für das Unternehmen. Er vertritt die Interessen der Aktionäre, stellt kritische Fragen und möchte das Unternehmen in eine möglichst positive Zukunft lenken.

ETFs sind genauso mit großen Anteilen an vielen Aktien beteiligt. ETFs üben ihr Stimmrecht aber nicht aus, da kein Fondsmanager dort an der Spitze steht.

Dadurch fehlt ein wichtiger Kontrollmechanismus für alle Anleger. Viele Stimmrechte verfallen dadurch einfach und werden nicht ausgeübt.

(Tipp: Den simplen und wissenschaftlich fundierten Trick, mit dem du bis zu 96% der Fondsmanager schlägst (bei nur 3 Stunden Aufwand pro Jahr) findest du hier.)

Unfairer Trick Shortcode Bild

7. ETFs fördern die Zockermentalität

ETFs sind sehr günstige Möglichkeiten um in einen ganzen Markt einzusteigen. Sie sind sehr gut handelbar und verlangen keine großen Kosten.

Das verleitet viele Anleger nach Meinung vieler Finanzexperten zum Zocken.

Je geringer die Kosten sind, desto mehr wird auch ein Instrument wie der ETF zum aktiven Handeln genutzt.

Doch dadurch verlieren ETFs ihren Vorteil. Gerade langfristig sind sie günstig und besser als die meisten Investmentfonds.

Sie sind optimal geeignet um erfolgreich PASSIV zu investieren.

Sie dienen optimal als passives Anlageinstrument. Sie sind aber nicht das Allheilmittel gegen alle Börsenprobleme.

Du bist für den richtigen Umgang mit diesem Produkt verantwortlich. ETFs sind sehr gut – wenn du aber anfängst mit ihnen waghalsig zu zocken werden dir die Vorteile der ETFs nicht viel nutzen.

Mindestens genauso wichtig wie das Finden des richtigen Produkt ist der richtige Umgang mit diesem.

Kritik und Nachteile an ETFs – was bleibt davon übrig?

Es gibt jede Menge Stimmen, die ETFs kritisieren. Diese Kritik können wir aber in zwei Kategorien einteilen:

  1. Die Kritik, die die Nachteile des ETFs für den Anleger darstellen
  2. Die Kritik von anderen Fondsmanagern, denen ETFs ein Dorn im Auge sind

ETFs sind in der Investmentszene durchaus umstritten und immer wieder Gegenstand hitziger Diskussionen. Für dich als Privatanleger ist aber vor allem der erste Teil der Kritik interessant.

Du musst die Nachteile und Gefahren kennen, die ETFs mit sich bringen können.

Konkret heißt das, dass ETFs…

  • eine laufende Gebühr fordern
  • zum Zocken verleiten
  • den Markt brutto nicht schlagen (was viele aktive Anleger leider nicht beachten)
  • irgendwann ineffizienter werden könnten

Das sind die zentralen Punkte, die dir als Anleger bewusst sein müssen.

Dazu sei gesagt: ETF ist nicht gleich ETF. Und bevor du in einen solchen investierst, solltest du genau wissen, womit du es zu tun hast und wie der jeweilige ETF vorgeht und ob es zu deinem Vorhaben passt.

Nachteile und mögliche, aber überwindbare Risiken von ETFs sind also vorhanden. Das alles ändert aber nichts daran, dass ETFs für uns Privatanleger eine gute Möglichkeit sind günstig und risikoarm eine gute Rendite zu erwirtschaften.

Daran ändert auch die Kritik der Investmentfonds und Banken so schnell nichts.

PS: Wenn du mehr über das erfolgreiche passive Investieren in ETFs wissen willst, dann kannst du dich hier eintragen und erhältst eine 3-teilige Videoserie und alle Infos zu meinem Videokurs, die sich gezielt den Themen ETFs, erfolgreiches und entspanntes Investieren widmen.


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Über den Autor

Ich bin Jannes. Student, Privatanleger und Gründer von aktienboss.de. Ich möchte dir dabei helfen, entspannt und rational das Beste aus deinem Geld zu machen.


20 Kommentare, gib auch deinen ab!

  1. Du hast die Punkte sehr gut dargestellt. Wer absolut nicht aktiv handeln will, fährt mit ETFs sicher nicht schlecht. Allerdings sollte man sich schon überlegen, welche ETFs man hier wählt. Es gibt ja auch sehr spekulative ETFs.

    Was ich an ETFs nicht mag, ist der Nachteil, dass man nicht selektiv in schwächere Aktien investieren kann. Man kauft immer alle Aktien — auch diejenigen, die überbewertet sind.

    Und ob ein ETF sicherer ist, ist auch zu beweisen. Das einzige, was er wirklich minimiert ist das Ausfall-Risiko einer Einzelaktie.

    • Hi Rico,

      Genau. ETF ist nicht gleich ETF – und nur weil man einen ETF ins Depot packt, heißt das noch lange nicht, dass das eine gute Geldanlage darstellt.

      Das stimmt, man kauft immer alle Aktien. Allerdings sagt ja gerade die Effizienzmarkthypothese, dass es keine überbewerteten Aktien gäbe – und darin begründet sich ja der Erfolg der ETFs. Diese Diskussion ist aber natürlich ziemlich komplex.

      Aber es gibt ja auch z.B. ETFs, die Value-Indizes abbilden, wodurch man auch durch ETFs noch den Fokus mehr auf „unterbewertete“ Aktien lenken kann.

      Im Allgemeinen würde ich ETFs schon als sicherer einstufen. Wie du gesagt hast, das Ausfall-Risiko fällt weg. Ein ETF wird dann noch etwas riskanter, wenn man das Kontrahentenrisiko eines SWAP-ETFs betrachtet, allerdings ist der SWAP-Anteil eines ETFs gesetzlich auf maximal 10% festgelegt und muss mit Sicherheiten (z.B. Wertpapieren) überdeckt sein – also auch da ist eine große Sicherheit gegeben.

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Viele Grüße,
      Jannes

  2. Diese Effizienzmarkthypothese ist ja wohl ein Witz, nimmt die irgendjemand ernst? Wenn der Markt so effizient ist, wieso gibt es dann so wilde Schwankungen und krasse temporaere Ueberbewertungen? Was ist mit den Blasen wie im Jahr 2000?

    • Eugene Fama, der Begründer der EMH, hat 2013 den Ökonomie-Nobelpreis verliehen bekommen – soviel dazu, ob jemand diese Hypothese ernst nimmt. Im allgemeinen wird ja nicht angenommen, dass Märkte bis ins letzte Detail effizient sind und genau das zeigt sich dann möglicherweise in solchen Spekulationsblasen. Im allgemeinen gelten die Finanzmärkte unter den meisten Ökonomen aber als vergleichsweise sehr effizienter Markt.

      Aber es gibt noch zwei wichtige Punkte:

      1. Die EMH sagt, dass alle verfügbaren Informationen im Preis enthalten waren. Wenn schlechtere Informationen aufgetaucht sind, sind die Kurse gefallen. Dann sind noch schlechtere Informationen aufgetaucht und die Kurse sind weiter gefallen. Wo liegt also der genaue Widerspruch zu der Annahme der effizienten Märkte? Scheinbar wurden die auftauchenden Informationen sehr gut verarbeitet.

      Eugene Fama hat sich auch schon zu genau dieser Thematik geäußert (newyorker.com):

      On a broader level, Fama firmly resists the idea that the Great Recession was caused by malfunctions in the financial markets, or that the global financial crisis and its aftermath discredited the efficient-markets hypothesis.

      “I think it did quite well in this episode,” Fama told me. “Stock prices typically decline prior to and in a state of recession. This was a particularly severe recession. Prices started to decline in advance of when people recognized that it was a recession and then continued to decline. There was nothing unusual about that. That was exactly what you would expect if markets were efficient.”

      2. Selbst wenn der Markt nicht effizient wäre: Welchen Nutzen hättest du daraus ziehen können? Die Spekulationsblase sieht jeder erst im Nachhinein, während die Blase sich entwickelt erkennen aber 99,9% diese nicht. Deshalb bringt es wenig, diese Hypothese zu verwerfen und sich darauf aufbauend einzureden, man solle nicht mit dem gesamten Markt investieren um die Irrationalitäten zu nutzen, die in Börsencrashs auftauchen – dieses Market-timing hat in der Vergangenheit fast nie zu Erfolg geführt und wird von den erfolgreichsten Investoren der Welt durchweg abgelehnt.

      In meinen Augen ist die EMH weder zu 100% ausgereift und Märkte sind auch nicht zu 100% effizient, trotzdem ist sie sehr gut geeignet um die Kapitalmärkte besser zu verstehen und daraus Rückschlüsse für die eigene optimale Geldanlage zu ziehen.

      Beste Grüße,
      Jannes

  3. Top! Sehr übersichtliche und verständliche Darstellung! Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich die Kritikpunkte Trittbrettfahrer und Verstärkung von Schwankungen- welche ja weit verbreitet sind – nicht so ganz verstehe. Es ist doch völlig natürlich dass ein ETF das Geld in Aktien investiert und bei einem großen anzulegenden Volumen folglich eine kurstreibende Nachfrage erzeugt und umgekehrt. Zwar ist ein ETF eine passive Anlagestrategie aber das Produkt selbst muss das Vermögen aktiv investieren, wie jeder andere Fonds auch, nur nach klaren Vorgaben. Somit folgt auch hier ein entsprechender Beitrag zu fairen Marktpreisen. Wenn sehr viele Anleger DAX-ETFs kaufen und folglich die Aktienkurse steigen MÜSSEN kann ich dies doch nicht auf eine ETF-Blase zurück führen; würden ETF-Anleger statt dessen die Werte selbst kaufen erzeugt dass dieselbe Kursnachfrage in den EInzelaktien. Diese „Kritikpunkte“ – sofern sie als solche überhaupt zu betrachten sind – liegen genauso bei aktiven Fonds vor. Deswegen erzielen große Publikumsfonds auch keine Outperformance, da hohes Fondsvolumen die Renditen kaputt macht.

    • Hallo Martin,

      Vielen Dank erstmal! 🙂

      Ja, ich muss dir Recht geben, das ist ein sehr guter Punkt. Man muss definitiv sehen, dass natürlich vielen Menschen ETFs ein Dorn im Auge sind, weil ihre Produkte dadurch nicht mehr so attraktiv sind. Deshalb nutzen sie erstmal jeden Punkt, um mögliche Kritik zu äußern.

      Ich kann die Argumentation in der Theorie schon nachvollziehen, da Kursbewegungen definitiv durch ETFs verstärkt werden. Allerdings denke ich ebenfalls: Ist das dann ungerechtfertigt? Ist diese Verstärkung nicht vielleicht sogar ganz natürlich? Dazu kommt, dass dieser verstärkende Effekt bisher noch kein großes Problem darstellt, selbst wenn es denn ein „Problem“ wäre.

      Sehr guter Punkt auf jeden Fall, vielen Dank dafür.

      Beste Grüße,
      Jannes

  4. Hallo Jannes,

    dein Artikel hat mir sehr gut gefallen und einige Aspekte beleuchtet, die ich bisher noch gar nicht so genau bedacht hatte.

    Wie zum Beispiel die Rolle von Aktienhändlern und Fondsmanagern bei der Bildung fairer Preise am Markt.

    Ich jedenfalls bin ein großer Fan von ETFs und der Meinung, dass ihre Vorteile die Nachteile bei Weitem überwiegen.

    Auch sehe ich nicht, dass ETFs zum Zocken verleiten: Wer zocken will, der zockt. Egal mit welcher Anlage.

    Im Gegenteil: ETFs und der Gedanke des passiven Investierens sind untrennbar mit einer Buy- and-hold-Strategie verbunden, die auch von Warren Buffet angewendet wird.

    Kennst du übrigens das sehr gute Buch: Souverän Investieren mit Indexfonds & ETFs von Gerd Kommer? Ich kann es uneingeschränkt empfehlen!

    Viel Erfolg weiterhin und nette Grüße

    Jürgen

    • Hallo Jürgen,

      Vielen Dank! Freut mich, wenn ich ein paar neue Aspekte mit einbringen konnte.

      Ich stimme dir zu, ich denke auch, dass jemand, der zocken will, das auch immer unabhängig vom jeweiligen Produkt umsetzt. Und „zocken“ ist auch nicht nur schlecht, da es immerhin auch für Liquidität sorgen kann.

      Ja, das Buch kenne ich gut – in meinen Augen eines der besten Bücher zur Geldanlage. Empfehle es auch immer gerne weiter.

      Beste Grüße,
      Jannes

  5. Danke für den Beitrag & deine verstädnlichen und genauen Erklärungen zu ETFs! 🙂

    Das bringt mich sehr ins Nachdenken einen Online-Broker auszuwählen und langfristig in ETFs zu investieren.

    Allerdings ist durch andere Kommentare auf diesem Blog die Frage aufgeworfen worden, dass die ETFs bei der Steuererklärung sehr lästig sein können. Ich dachte, dass du diesen vermeintlichen Nachteil in diesem Artikel behandeltst.

    Inwiefern stimmt das? Wird eine Steueerklärung dadurch wirklich zum Albtraum? Hättest du dazu evtl. einen guten Artikel oder eine Anleitung, wie man das in der Steuererklärung unterbekommt?

    Vielen Dank & viele Grüße,
    Jonathan

    • Hallo Jonathan,

      Freut mich sehr, dass ich dir weiterhelfen kann. 🙂

      Das habe ich in diesem Artikel deshalb nicht aufgenommen, da 1. auch ausländische Aktien etwas schwieriger sein können und 2. trifft die steuerliche Schwierigkeit längst nicht auf alle ETFs zu.

      Einen Artikel dazu habe ich noch nicht, in meinem Kurs „Erfolgreich passiv investieren“ gibt es dazu aber ein sehr ausführliches Modul zur steuerlichen Handhabung und steueroptimierenden Tipps.

      Vorab sei aber gesagt, dass du steuerschwierige ETFs von vornherein vermeiden kannst, indem du a) nur in Deutschland aufgelegte ETFs kaufst oder b) wenn sie im Ausland aufgelegt sind, sollten sie den Index synthetisch (und nicht physisch replizierend) abbilden oder c) wenn der ausländische ETF physisch replizierend verfährst, sollte er alle seine Dividenden- und Zinserträge ausschütten (sprich: keine Teilthesaurierung). In all diesen Fällen sind die ETFs in der Regel steuereinfach und auch bei der Steuererklärung kein Problem. Deshalb wäre es auch unfair, so etwas allen ETFs als Nachteil zu attestieren.

      Beste Grüße,
      Jannes

      • Super! Danke Dir für die schnelle Antwort.

        Wenn ich das richtig verstehe, ist die Aussage, dass die ETFs steuerlich Schwierigkeiten bringen, viel zu undifferenziert & deshalb auch als nicht richtig zu bewerten, weil es eben auch viele verschiedene ETFs gibt. Die deutschen ETFs wären demnach für die Steuererklärung das normales Prozedere.

        Danke! Das hilft mir in meinen Überlegungen viel weiter!

      • zu a) Nur in Deutschland aufgelegte ETF / aktive Fonds zu finden ist gar nicht so einfach, da fast alle Fonds in Irland oder Luxenbourg aufgelegt werden. Für Fonds sind diese 2 Länder steuerlich interessant. Das angebot ist also sehr beschränkt.

        zu b) Synthetisch replizierende ETF sind risikoreicher, da sie ein unnötiges Kontrahentenrisiko haben. Es mag zwar abgesichert sein, aber wenn es zur nächsten Kernschmelze im Finanzsystem kommt, möchte ich diese derevativen Konstrukte nicht in meinem Portfolio haben.

        zu c) die meisten ausländischen ausschüttenden ETF werden in Deutschland als steuerlich theraurierend behandelt, weil es immer zur Zwischenthesaurierung oder auch mal zur Teilthesaurierung kommt. Das Geschäftsjahr endet nicht am 31.12. sondern irgendwann mitte eines Jahres. Unser Privates Geschäftsjahr für das Finanzamt endet jedoch am 31.12. Somit fallen immer Erträge an, welche noch nicht ausgeschüttet worden sind, es kommt zur Zwischenthesaurierung und infolge dessen zur Doppelbesteuerung des Anlegers. Weiterhin übernehmen die Banken keine Garantie für die erstellten Steuerbescheide. Fehler in der Steuererklärung gehen zu Lasten des Investors. Bei kleinen Vermögen ist das egal, jedoch bei größeren Vermögen ab 300000 wirds kriminell. Über solche Größen müssen wir uns jedoch unterhalten, weil es hier um langfristigen Vermögensaufbau für die Altersabsicherung geht.

        Steuerlich ist es somit einfacher, auf Fonds zu verzichten und 10-15 Einzelaktien zu erwerben. Möglichst mit hoher Dividende. Somit wird ein passives Einkommen erziehlt. Im Blog wurde sogar darauf eingegangen, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass Überrenditen von ca 5% p.a. erzielt werden. Somit gibt es für mich keinen erkennbaren Grund für eine Investition in ETF. Die Risikostreuung nehme ich selber vor durch eine entsprechende Anzahl von Aktien und fertig. Und es ist steuereinfach. Was von Fonds leider nicht behauptet werden kann. Und schön die ausschüttungsgleichen Erträge ausrechnen damit es nicht zur Steuerhinterziehung kommt. Die sind in jedem Fall anzugeben, unabhängig vom FSA. Schließlich weiß die deutsche Finanzbehörde nicht, welche Erträge im Ausland angefallen sind. Siehe hierzu:

        http://www.wertpapier-forum.de/topic/46496-anleitung-fur-doofe-ausschuttungsgleiche-ertrage-auslandischer-fonds-versteuern/

        • Hey Andreas,

          Vielen Dank für deine Ergänzungen.

          Zu b) Ein gewisses Risiko besteht natürlich (auch wenn ich es für sehr gering halte), allerdings darf man nicht vergessen, dass z.B. auch bei replizierenden ETFs mit der Wertpapierleihe gearbeitet wird, wodurch auch da ein Risiko entstehen kann. Zusätzlich wird dieses Risiko ja auch eingegangen, um uns eine bessere Rendite zu ermöglichen, es findet also auch eine Entschädigung für dieses Risiko statt. Generell sind ETFs sicher konstruiert, da sie zum Sondervermögen gehören, sie mit Wertpapieren hoher Bonität oftmals sogar übersichert werden und das ganze sowieso erst dann eine Rolle spielt, wenn tatsächlich der Swap-Partner (z.B. eine deutsche Bank) pleite gehen sollte – und dann ist, wie gesagt, nicht alles weg, sondern die hinterlegten Sicherheiten können verwertet werden. Das worst-case-Szenario ist schwer vorherzusehen, aber wer darauf achtet, nicht unbedingt nur synthetische ETFs zu nutzen oder synthetische ETFs von verschiedenen Fondsgesellschaften, kann auch dieses Risiko noch weiter reduzieren.

          Zu c) Ja, manchmal kommt es zu Zwischenthesaurierungen (bspw. iShares ist da problematisch), aber längst nicht bei allen ausschüttenden ETFs.

          Ich denke, bei einem Vermögen von 300.000€ und gleichzeitigem Besitz von steuerschwierigeren ETFs sollte es nicht das Problem sein, dafür einen Steuerberater heranzuziehen und damit komplett auf der sicheren Seite zu sein.

          Ich denke, wenn man den steuerlichen Aufwand minimieren will, ist das definitiv gut mit ETFs möglich. Du darfst außerdem nicht vergessen, dass du auch bei ausländischen Aktien steuerlichen Mehraufwand haben kannst.

          Ja, diese Überrenditen gibt es. Das Schöne ist aber, dass 1. genau solche Strategien auch durch ETFs abgebildet werden können (Value-Indizes, Dividendentitel usw.), 2. die Investition in ETFs mit einem viel geringeren Zeitaufwand auskommt, als ein Depot von 10 – 15 Aktien zu pflegen (Stichwort: passives Einkommen) und 3. der Steuerstundungseffekt bei ETFs viel stärker zum Tragen kommt als bei Aktien, da diese i.d.R. öfter gehandelt oder ausgetauscht und dadurch Gewinne sofort versteuert werden, wohingegen ETFs meistens deutlich länger gehalten werden und der effektive Steuersatz dadurch sinkt.

          Beste Grüße,
          Jannes

  6. Die Aussage, dass der steuerliche Aufwand mit ETF minimiert werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Es gibt nur eine Handvoll ETF, welche Fondsdomizil in DE haben und damit steuereinfach sind. Ich würde dringend einen sehr gut recherchierten Artikel zur Besteuerung empfehlen, damit jedem klar ist, was hier eingekauft wird. Alle Konsequenzen bezüglich der Besteuerung müssen zum nachlesen aufgezeigt werden. Die ganze Werbung für ETF ist aus steuerlichen Gründen nicht nachvollziehbar.

    In einem Steuerartikel sollte vorsorglich schon einmal auf die Investmentsteuerreform eingegangen werden, welche als Arbeitspapier bereits existiert und 2018 realisiert werden wird. Stichwort Vorabpauschale. Bei der Besteuerung werden sich grundlegende Dinge ändern und nicht unbedingt zum vorteil.

    • Hallo,

      Du beziehst dich nur auf deutsche ETFs, dabei gibt es – wie beschrieben – noch zwei weitere Kategorien, die steuereinfach sind. Und selbst wenn du persönlich synthetische ETFs (deren Kontrahentenrisiko auf ein Maximum von 10% begrenzt ist) nicht kaufen willst, ändert es nichts daran, dass sie in den allermeisten Fällen steuereinfach sind.

      Vor allem ist es kein Grund, auf ETFs zu verzichten, weil bspw. nur 60% der ETFs als steuereinfach in Frage kommen. Bei ETFs gibt es keine großen Unterschiede wie bei Aktien, da es für viele Indizes viele verschiedene ETFs gibt. Wenn es bspw. 20 ETFs auf den DAX gibt, aber nur 12 steuereinfach sind, ist die Auswahl immer noch enorm groß – warum sollte das also ein Ausschlusskriterium darstellen?

      Die Vorteile der ETFs liegen, wie beschrieben, ganz zentral in anderen Punkten als der steuerlichen Betrachtung. Aber auch da müssen wir zwei Gesichtspunkte betrachten:
      1. Sind ETFs oder Aktien steuereinfacher?
      2. Wo ist die steuerliche Belastung geringer?
      Und vor allem bei dem 2. Punkt tritt noch der Steuerstundungseffekt auf, sodass in diesem Aspekt bei ETFs Vorteile liegen. Über den 1. Punkt lässt sich diskutieren, aber in meinen Augen (und aus der Erfahrung meines eigenen Depots) ist es sehr wohl möglich, steuereinfach in ETFs zu investieren.

      Beste Grüße,
      Jannes

  7. Hallo,
    ich bin ein unbeschriebenes Blatt, was die Welt der Aktien anbelangt. Bin begeistert von der verständlichen Darstellung verschiedenster Aspekte. Erstmal danke dafür.

    Ich hätte da mal eine Off-Topic-Frage.

    Ich würde mich auch für die Videokurse interessieren, aber kann keine Kosten für die Nutzung dieser finden. Daher meine Frage, wodurch sich dein Aufwand rentiert, wenn nicht durch finanzieller Vergütung für die exclusive Nutzung deiner Kurse?

    Schonmal Danke,

    Michaek K.

    • Hallo Michael,

      Freut mich sehr, dass ich dir damit helfen kann.

      Doch, tatsächlich kosten beide Videokurse (nur auf erfolgreich-passiv-investieren.de habe ich eine kostenlose 3-teilige Videoserie davor geschaltet) und nur dadurch kann ich auch diese Seite und die damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Kosten finanzieren. Außerdem kann ich dadurch darauf verzichten, andere Produkte bewerben zu müssen, bezahlte Werbung zu schalten oder bezahlte Artikel annehmen zu müssen, hinter denen ich möglicherweise gar nicht stehe. Wenn also etwas kostet, dann sind es keine fremden Produkte oder Werbeflächen, sondern eigene Inhalte. 🙂

      Beste Grüße,
      Jannes

  8. Hallo Jannis,
    wie siehst Du denn das Problem des Index-Frontrunnings?
    Kurz gesagt: Aktive Manager wissen, wann Indizes sich in der Zusammensetzung verändern (müssen). Da die ETFs die Veränderungen mitmachen müssen, entstehen kurzzeitig Preisverzerrungen an der Börse. Die Verzerrungen werden größer, je mehr Menschen in ETFs auf den jeweiligen Index investieren. Aktive Manager können diese Verzerrungen einplanen und ausnutzen, was im Endeffekt zu einem Verlust der ETFs/Differenz zum Indexkurs führt.
    Mit dem fortschreitenden Erfolg der Anlageklasse ETF (gerade die vollständig replizierenden) wird das Thema lukrativer und damit relevanter. Wie kann ich das umgehen?
    Gruß
    Alexander

    • Hallo Alexander,

      Ja, das ist ein spannendes Thema, leider wird es noch nicht so breit diskutiert.

      Grundsätzlich halte ich es für schwierig, das als privater Anleger zu umgehen. Ich kenne keine verlässlichen Studien oder Datenlage, die bei bestimmten ETFs eine größere oder kleinere Gefahr durch das Index-Frontrunning belegen können.

      Mich lässt das ganze aber insofern recht ruhig bleiben, da ja der Erfolg von ETFs trotz dieses Index-Frontrunnings belegt ist. Wenn wir ETFs mit aktiven Fonds vergleichen liegen ETFs langfristig im Durchschnitt fast immer vorne, obwohl dieser Nachteil der ETFs (bzw. der Vorteil der aktiven Anleger) bestand.

      Ich denke, uns bleibt nichts anderes übrig und wir müssen (und wir können) den ETF-Betreibern da vertrauen. Das Schöne ist aber, dass diese genau die gleichen Interessen wie wir Anleger verfolgen: eine bessere ETF-Rendite. Dann können sie bspw. die jeweilige Aktie, die in den Index aufgenommen wird, zu mehreren Zeitpunkten kaufen, ohne lange Ankündigung kaufen o.Ä.

      Beste Grüße,
      Jannes

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