Die wichtigsten Börsenbegriffe einfach erklärt

Grundlagen des Investierens #6: Börsenbegriffe

Die wichtigsten Börsenbegriffe: Von Blue-Chips über Leerverkäufen zu Value Investing. Das alles sagt dir rein gar nichts?

Kein Problem. Dafür bin ich hier. Und dafür habe ich dieses Kapitel für dich geschrieben.

Kurz und bündig erkläre ich dir hier verständlich, welche Begriffe du kennen musst und was diese bedeuten.

Die wichtigsten Börsenbegriffe für Einsteiger

Ich gehe hier nur auf die präsentesten Begriffe ein. Das sind Begriffe, die auch ich in meinen Artikeln verwende. Damit du wirklich alles verstehst, erkläre ich sie dir hier, auch wenn es meist im Kontext oder durch kleine Anmerkungen klar werden sollte.

Wenn ich merke, dass bei bestimmten Begriffen Unsicherheit herrscht, aktualisiere ich das natürlich hier. So ist gewährleistet, dass du immer alle Informationen hier findest. Solltest du dir zudem mal unsicher sein, kannst du es hier stets einfach nachlesen.

#1 – Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung gibt an, welchen Wert der Markt dem Eigenkapital des Unternehmens beimisst. Die Berechnung erfolgt ganz einfach: Die Anzahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs.

Beispiel: 15 Millionen umlaufende Aktien multipliziert mit einem Kurs von 20€ = Marktkapitalisierung von 300.000.000€ (15.000.000 * 20€ = 300.000.000€)

Die Größe eines Unternehmens wird meistens anhand der Marktkapitalisierung festgelegt. Große Unternehmen werden als „large caps“ betitelt, mittelgroße Unternehmen als „middle caps“ und kleine Unternehmen als „small caps“.

#2 – Blue Chips

Blue Chips sind große Unternehmen. Also Unternehmen, die eine besonders große Marktkapitalisierung aufweisen. Beispiele hierfür sind Coca-Cola, Apple, Microsoft und Exxon Mobil.

Um es besser einschätzen zu können: Die Marktkapitalisierung von Coca-Cola liegt bei 176 Milliarden Euro, die von Exxon Mobil bei 393 Milliarden Euro.

Blue Chips gelten als sehr sichere Anlage, da bei ihnen eine Insolvenz fast auszuschließen ist.

#3 – Pennystocks

Pennystocks sind eher das Gegenteil von Blue Chips. Als Pennystocks werden Unternehmen bezeichnet, deren Aktienkurs unter einer Einheit der jeweiligen Währung (bei uns also weniger als 1 Euro) liegen. Diese Aktien sind oft interessant für Spekulanten.

Diese Unternehmen haben fast immer große wirtschaftliche Probleme. Es besteht die akute Gefahr einer Insolvenz, durch den günstigen Kurs kann aber natürlich auch ein sehr hoher Kursanstieg erfolgen.

Für den konventionellen und sicherheitsorientierten Anleger sollten Pennystocks jedoch keine Rolle spielen.

#4 – Junk-Bonds

Junk-Bonds werden im Deutschen als „Müll-Anleihen“ oder Schrottanleihen bezeichnet. Mit diesem Begriff werden Anleihen betitelt, deren Emittenten in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. Die Rückzahlung der Anleihe ist also sehr ungewiss.

Nichtsdestotrotz ist dementsprechend eine höhere Verzinsung geboten. Die erfolgt aber nur, wenn das Unternehmen zahlungskräftig bleibt.

So sind Junk-Bonds oft sehr spekulativ.

#5 – Technische Analyse

Die technische Analyse ist eine der umstrittensten, wenn nicht die umstrittenste Anlagestrategie. Sie beruht darauf, dass sich im Chartbild des Aktienkurses bestimmte Muster bilden. Diese wiederum sollen Rückschlüsse auf den weiteren Kursverlauf zulassen.

So entstehen – in der Theorie – beispielsweise Unterstützungs- und Widerstandslinien. Diese sollen auf psychologischen Hintergründen beruhen, die viele Anleger bei bestimmten Preisen ähnlich handeln lassen.

#6 – Value Investing / Fundamentalanalyse

Das Value Investing beruht auf Benjamin Graham (Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagstrategie) und wurde vor allem durch Warren Buffett so populär. Buffett, der als erfolgreichster Investor aller Zeiten gilt und heute einer der reichsten Menschen der Welt ist, ist großer Verfechter und Anwender dieser Strategie.

Sie beruht darauf, den Wert eines Unternehmens anhand einiger fundamentaler Kennzahlen der Bilanz zu errechnen. Liegt der errechnete Wert des Unternehmens unter dem Kurs, zu dem es an der Börse gehandelt wird, wird die Aktie gekauft.

#7 – Volatilität

Mit dem Begriff der Volatilität bezeichnet man die Schwankungen eines Aktienkurses. Eine hohe Volatilität bedeutet also, dass der Kurs stark schwankt und somit ein höheres Risiko birgt.

Eine geringe Volatilität bedeutet nur kleinere Schwankungen des Aktienkurses, wodurch gemeinhin von einem geringeren Risiko ausgegangen wird.

#8 – Leerverkäufe

Ein Leerverkauf bietet dem Anleger die Option von fallenden Aktienkursen zu profitieren. In der Praxis lauft das wie folgt ab:

Der Anleger leiht sich eine Aktie aus und verkauft diese sofort. Diese muss er bis zu einem bestimmten Termin aber zurückgeben. Zu diesem Termin kauft er dann wieder diese Aktie, in der Hoffnung, dass diese nun günstiger ist. Durch diese Differenz entsteht dann der Gewinn.

Beispiel: Eine Aktie befindet sich bei einem Kurs von 70€. Da wir denken, dass diese Aktie zu hoch bewertet ist, wollen wir leerverkaufen.

Wir leihen uns die Aktie und verkaufen sie, erhalten also 70€. Nun fällt die Aktie auf 50€ bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir die Aktie zurückgeben müssen.

Wir kaufen sie wieder vom Markt, geben sie zurück und haben einen Gewinn von 20€ gemacht.

Leerverkäufe sind sehr umstritten. Ich werde dieses Thema in der Zukunft näher beleuchten.

#9 – Short  – Bearish – Baisse – Put-Option

Diese Begriffe sind nicht identisch, beschreiben jedoch grundlegend das gleiche. Sie alle beschreiben die Erwartung eines fallenden Marktes.

Wer „short geht“ tätigt z.B. Leerverkäufe, d.h. er spekuliert auf einen fallenden Aktienkurs.

Wer „bearish“ eingestellt ist, erwartet einen „Bärenmarkt“ (Baisse), also fallende Kurse.

Eine Put-Option beinhaltet das Recht, das zugrundeliegende Objekt (z.B. eine Aktie oder ein Rohstoff) zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Fällt also der Kurs, kann der Inhaber der Put-Option trotzdem noch zu dem teureren Kurs verkaufen.

#10 – Long – Bullish – Hausse – Call-Option

Diese Begriffe bilden das exakte Gegenstück zu den vorherigen drei Begriffen. Sie alle beschreiben die Erwartung von steigenden Kursen.

Wer „long geht“ kauft Aktien, um von steigenden Kursen zu profitieren.

Wer „bullish“ eingestellt ist, erwartet einen „Bullenmarkt“ (Hausse), also steigende Kurse.

Eine Call-Option verbrieft das Recht, das zugrundeliegende Objekt zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Steigt also der Kurs, kann der Inhaber der Call-Option immer noch zu dem günstigeren Preis kaufen.

#11 – Benchmark

Als Benchmark wird ein Vergleichswert bezeichnet. Dadurch erkennen wir, wie gut unser fokussiertes Objekt im Vergleich da steht.

Betrachten wir also eine Unternehmensanleihe können wir als geeignete Benchmark die Rendite von deutschen Staatsanleihen verwenden.

Betrachten wir einen aktiv gemanagten Fonds ziehen wir als Benchmark bspw. die Performance des DAX hinzu. So können wir vergleichen und beurteilen, wie gut eine Anlage war bzw. sein wird.

#12 – Geld-Brief-Spanne

Die Geld-Brief-Spanne (auch „Spread“) wird die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs bezeichnet.

Käufe finden zum höheren Briefkurs statt, während unser Verkauf zum niedrigeren Geldkurs über die Bühne geht.

Ein hoher Spread ist Indikator für geringe Liquidität, also eine geringe und somit schlechte Handelbarkeit eines Wertpapiers. Vor allem bei kleinen Aktien ist dieses Problem gegeben, bei großen Aktien ist es eher irrelevant.

Das sind sie – die wichtigsten Börsenbegriffe, die jeder Anleger kennen sollte. Wenn du erfahren willst, wie du dieses Wissen erfolgreich in die Praxis umsetzt, kann ich dir meinen Blog und dieses Video empfehlen.

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