In ETFs investieren: So schlägst du die Fondsmanager reihenweise

in etfs investieren

Wie kannst du erfolgreich in ETFs investieren?

Den heiligen Gral bei der Geldanlage hat noch keiner gefunden. Es gibt ihn einfach nicht. Aber ETFs kommen dem schon gefährlich nahe.

Exchange-traded funds haben in letzter Zeit regen Zulauf erhalten. Trotzdem investieren bisher die wenigsten deutschen Privatanleger in diese Art von Fonds.

Einige von ihnen schlagen sogar regelmäßig den Großteil der Fondsmanager – und sie bieten noch mehr Vorteile.

Dieser Beitrag ist eine Einführung in die Welt der ETFs. Ich zeige dir, was du durch passiv gemanagte Fonds erreichen kannst und welche Schwierigkeiten du damit geschickt umgehst.

Durch ETFs können vor allem unerfahrene Anleger auch mit einem kleinen Geldbeutel an der Börse Gewinne einstreichen. Erfolgreich in ETFs anzulegen ist kein Selbstgänger. Trotzdem ist es viel einfacher als du denkst.

Ich zeige dir, was du wissen musst.

Außerdem habe ich mittlerweile einen kompletten Videokurs mit über 65+ HD-Videolektionen erstellt, der dir alles über das passive Investieren beibringt, wofür ETFs eine zentrale Rolle spielen. Wenn er eröffnet, erfährst du das exklusiv im Aktienboss-Crashkurs.

In ETFs investieren – eine geeignete Option für dich?

Vorab möchte ich klären: Für wen eignen sich ETFs?

Dein primäres Ziel ist das Erreichen der bestmöglichen Rendite. Das steht wohl für jeden außer Frage.

Die Frage, bei dir wir uns alle aber unterscheiden, ist folgende: Wie wollen wir das erreichen?

1. Zeitaufwand
Wie viel Zeit möchtest du in deine Finanzen investieren? Wenn du möglichst wenig Zeit dafür aufbringen, trotzdem aber von der Börse profitieren möchtest, bist du hier richtig.

Und glaub mir – ein bisschen faul sein wird an der Börse sogar belohnt. Schöner geht’s doch gar nicht, oder? 😀

2. Risiko
Wie viel Risiko bist du bereit einzugehen? Wenn du bereit bist, die Rendite des Marktes und somit ein geringes Risiko zu akzeptieren, bist du hier richtig.

Wenn du allerdings versuchen möchtest noch besser abzuschneiden, dafür aber ein höheres Risiko in Kauf nehmen willst, sind ETFs  keine passende Option. Ob das eine kluge Entscheidung ist werde ich an anderer Stelle auf diesem Blog diskutieren.

3. Startkapital
Wie viel Geld hast du zum Investieren übrig? Wenn du nur wenig Geld hast, solltest du in ETFs investieren: Du gehst ein zu hohes Risiko, wenn du in nur wenige Aktien investierst.

Zudem steigen deine Kosten durch das Aufteilen auf mehrere Aktien enorm, da Kauf- und Verkaufsgebühren für jede einzelne Aktie fällig werden.

Diese drei Faktoren, Zeitaufwand, Risiko und Startkapital, sind die wesentlichen Faktoren, die deine Entscheidung beeinflussen.

Was ist ein ETF?

ETF ist die Abkürzung für Exchange-traded fund, auf deutsch also „börsengehandelter Fonds“. Es ist also eine Gattung der Fonds.

Der große Unterschied zu normalen Fonds ist die passive Verwaltung.

Bei einem „klassischen“ Investmentfonds managt ein Fondsmanager aktiv das Fondsvermögen. Er kauft also die Aktien, von denen er sich Gewinne verspricht und verkauft, wenn er denkt, eine Aktie habe schlechte Zeiten vor sich.

Ein ETF wird nicht aktiv, sondern passiv gemanagt. Es werden lediglich Indizes nachgebildet, die nach verschiedenen Kriterien aufgestellt werden können.

ETFs sind genauso über die Börse handelbar wie Aktien. Ein Kauf über die emittierende Investmentgesellschaft, wie es bei klassischen Investmentfonds der Fall ist, findet meist nicht statt.

Welche Vorteile bieten ETFs?

Die Kosten sind gering

Aktiv gemanagte Fonds bringen oftmals hohe Gebühren mit sich. Fondsmanager gehören schließlich nicht gerade zu den Schlechtverdienern. 😉

Die Kosten bei ETFs sind dagegen viel geringer. Die Gesamtkostenquote (TER) fasst viele Gebührenpunkte praktisch zusammen: Managementgebühren, Indexgebühren und weitere kleine Kostenpunkte fallen darunter.

Üblicherweise liegt die TER bei ETFs bei unter 1%.

Hinzu kommen noch die Transaktionskosten des Fonds; also die Kosten, die bei Käufen und Verkäufen innerhalb des Fonds entstehen.

Dazu kommt die obligatorische Gebühr, die bei Käufen und Verkäufen anfallen. Eine Orderprovision, Maklercourtage und andere Entgelte fallen darunter. Diese sind allerdings bei allen börsengehandelten Wertpapieren, also auch bei Aktien, zu zahlen.

Der für Investmentfonds übliche Ausgabeaufschlag muss nicht gezahlt werden. Wir kaufen, wie bereits erwähnt, in der Regel über die Börse. Der Ausgabeaufschlag würde nur fällig werden, wenn wir direkt von der Investmentgesellschaft kaufen würden.

Somit bleibt festzuhalten, dass ETFs deutlich geringere Kosten aufweisen als aktiv gemanagte Fonds. Das ist ein deutlicher Pluspunkt, da dies unsere Rendite logischerweise sonst um ein paar Prozentpunkte schmälern würde.

Gute Diversifikation

Die Diversifikation findet in jedem guten Depot statt. Wir wollen nicht nur eine Aktie halten, sondern mehrere. Wir verteilen also das Risiko, um vor einem Totalausfall unseres Kapitals weitestgehend geschützt zu sein.

Da ETFs direkt ganze Indizes abbilden, befinden sich direkt mehrere Aktienwerte in dem Fonds. Dies variiert natürlich je nach ETF und dem abgebildeten Index. So umfasst der DAX 30 Werte, während der S&P 500 aus den USA 500 Werte umfasst.

Eine solche Diversifikation, vor allem wenn es hunderte Werte sind, ist durch eigenständige Investition in einzelne Aktien kaum möglich. Die Kosten würden dann jegliche Rendite übersteigen.

ETFs stellen also ein geeignetes Mittel dar, um dein Depot zu diversifizieren und dadurch das Risiko zu senken.

Hol dir kostenlos den Report "Die 5 Schritte, mit denen du dir ein vollautomatisiertes ETF-Depot aufbaust" und finde heraus, wie auch du dein Geld passiv vermehren kannst.

Auch für kleines Geld

Viele Menschen wollen vielleicht an die Börse, haben bisher aber nur ein geringes Kapital angespart. Mir ging es jedenfalls so, als ich meinen ersten Schritt an die Börse gemacht habe.

Da wir in jedem Fall diversifizieren wollen, müssen wir mehrere Aktien kaufen. Wer allerdings nur ein geringes Kapital aufweisen kann, würde somit viel zu hohe Gebühren für jeden Aktienkauf zahlen müssen.

Beispiel: Du kaufst 5 verschiedene Aktien für je 40€ und zahlst eine Kaufgebühr von 10€. Du hast also 50€ bezahlt, für eine Aktie, die 40€ wert ist. Also machst du erst Gewinn, wenn deine Aktien um 10€ im Wert steigen. Das entspricht ganzen 25%!

Wenn wir in ETFs investieren kann selbst ein vergleichsweise geringer Betrag in einem diversifizierten Depot kostengünstig und vergleichsweise risikoarm angelegt werden.

Verfolge automatisiert deine Strategien

Es gibt viele Strategien, die in der Vergangenheit zumindest temporär besser als der Markt bzw. ihre jeweiligen Indizes abgeschnitten haben.

Darunter sind zum Beispiel die Investitionen in dividendenstarke Unternehmen, kleine Wachstumsunternehmen, Unternehmen aus Schwellenländern („emerging markets“) und viele mehr. Keine Sorge, dazu wirst du in naher Zukunft noch mehr auf meinem Blog finden.

Viele solcher Strategien können wir ganz einfach durch einen ETF nachbilden. Besser gesagt, sie werden für uns nachgebildet.

Es gibt ETFs, die sich darauf konzentrieren, einen Index nachzubilden, welcher nur die dividendenstärksten Unternehmen beinhaltet.

Würdest du selber versuchen, so eine Strategie nachzubilden, kann es schnell an den Kosten scheitern. Du möchtest schließlich immer noch ausreichend diversifizieren.

Wenn sich allerdings die Dividendenrenditen ändern, musst du dein Depot umschichten. Die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen kaufen, die Aktien mit niedrigeren Unternehmen wieder verkaufen. Und das immer wieder. Und jedes Mal werden Gebühren fällig.

In ETFs investieren löst diesen Zielkonflikt. Ein ETF dient kann also ebenfalls dazu dienen bestimmte Strategien zu verfolgen. Neben den finanziellen Kosten ist auch der zeitliche Aufwand dadurch für uns sehr gering.

Du bist besser als die Fondsmanager

Der wohl größte Pluspunkt kommt jetzt. Gleichzeitig überrascht er die meisten Börsenneulinge. Mich hat er auch überrascht.

Wie ich dir bereits erklärt habe, sind wir in der Lage, durch ETFs Indizes von bestimmten Märkten nachzubilden. Diese Märkte haben im langfristigen Durchschnitt eine positive Rendite. Je nach analysiertem Markt und Zeitraum variieren diese.

Der Dow Jones Industrial Average hat im letzten Jahrhundert, wenn man die Dividenden mit einrechnet, eine durchschnittliche Rendite von 10,18% geliefert (Quelle: „Gier“ von Jason Zweig). In der Realität müssen jedoch noch Steuern und Gebühren abgezogen werden.

10,18% – verlockende Verzinsung, oder? Und das sind wohlgemerkt einfach nur die Aktien, die im Dow Jones waren – keine besondere Strategie.

Nun würde man erwarten, dass die hochbezahlten Fondsmanager mehr bieten können. Aber wie sieht es in der Realität aus?

Bei einem Vergleich der durchschnittlichen jährlichen Rendite von US-Investmentfonds und dem Marktindex von 1962 – 2004 schneiden die Fonds in zwei Drittel der Jahre schlechter ab als der Marktindex!

Viele Studien kommen zu diesem Ergebnis.

Die Fondsmanager schaffen es zu einem Großteil nicht, den Markt zu schlagen.

Und selbst wenn sie es schaffen: Wie sollst du den einen aus wenigen guten Investmentfonds finden? Oft wechseln sich die Fonds mit der besten Rendite regelmäßig ab, sodass es sehr schwer ist, einen richtig guten Fonds zu entdecken.

Aus allen wissenschaftlichen Forschungen und historischen Daten geht hervor: Das passive Investieren schlägt die Fondsmanager und Privatanleger reihenweise und ist damit eine Strategie, die sehr erfolgsversprechend für die Zukunft ist. Aber worauf müssen wir dabei achten?

Welche Nachteile bringen ETFs mit sich?

Kursbewegungen werden verstärkt

In dem Artikel „Warum Indexfonds gefährlich sein können“ kritisiert Christoph Rottwilm, dass ETFs die Kursbewegungen von Aktien unnatürlich verstärken.

Sobald eine Hausse an der Börse einsetzt, die Kurse also steigen, muss der ETF dies berücksichtigen. Der ETF muss zusätzliche Aktien von kaufen. Dadurch verstärkt sich der positive Börsentrend. Genauso werden negative Kursentwicklungen verstärkt, wenn die Kurse ohnehin schon fallen.

Die Kritiker beziehen sich also vor allem auf die dadurch entstehende Instabilität auf den Finanzmärkten, da viele große Vermögensverwalter ETFs halten.

Für uns Privatanleger spielt dies jedoch keine Rolle. In der Zukunft kann es jedoch dazu führen, dass – laut Theorie – die Volatilität, also die Schwankungen der Aktienkurse, zunimmt.

In ETFs investieren allein ist kein alleiniger Erfolgsgarant

Wir Menschen wollen immer viel, am besten ohne Aufwand. Schöne Vorstellung, das sehe ich auch so. Ganz so einfach ist es bei ETFs leider nicht – aber fast.

Das Kaufen eines ETFs ist nicht sofort ein alleiniger Garant für Erfolg. Du kannst noch immer genau die gleichen Fehler machen wie bei dem Kauf einer Aktie auch.

Der Versuch, Börsenstimmungen zu erkennen und anhand dessen ein „market-timing“ zu versuchen geht oft schief. Selbst die erfahrensten Investoren wissen oft nicht, wie sich die Börsentrends entwickeln.

„Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten.“ – Peter Lynch

ETFs sind passive Anlageinstrumente, weshalb sie auch passiv verwendet werden sollten und nicht zum aktiven Handeln.

Hinzu kommt die Auswahl des richtigen ETFs. Es gibt eine Vielfalt an Möglichkeiten. Manche ETFs schneiden also zwangsweise besser ab als andere.

Diese Probleme werde ich in den nächsten Artikeln zu ETFs klären.

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Auch du solltest in ETFs investieren

Wie du wahrscheinlich gemerkt hast, überwiegen die Vorteile deutlich.

Vor allem bei…

  • wenig Erfahrung
  • wenig Startkapital
  • oder wenig Zeit

… stellen ETFs eine optimale Lösung dar um von dem positiven Trend der Börse zu profitieren. Dazu geschieht dies noch mit vergleichsweise geringem Risiko.

PS: Mein Videokurs für erfolgreiches passives Investieren anhand von ETFs steht in den Startlöchern. Hier kannst du dich eintragen: Du bekommst sofort einen ETF-Bonus und weitere hilfreiche Inhalte zugeschickt und erfährst sofort, wenn der Kurs seine Pforten öffnet. 🙂


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Über den Autor

Hey! Ich bin Jannes. Ich möchte dir Schritt für Schritt dabei helfen, das Beste aus deinem Geld zu machen. Denn Geld anlegen kann Spaß machen, entspannt ablaufen und erfolgreich sein. Wie das funktioniert, zeige ich dir auf diesem Blog. Herzlich Willkommen! Cool, dass du da bist!


12 Kommentare, gib auch deinen ab!

  1. Deine Webseite ist super . Gibt es das Bonus sngebot noch ? 150€ bei Depot Eröffnung bis November 2014
    Danke für antwort

    • Hi Melanie,

      Vielen Dank!

      Du beziehst dich wahrscheinlich auf das damalige Angebot von der comdirect. Das gibt es leider in der Form nicht mehr.
      Momentan bekommst du aber noch, wenn du bei der comdirect ein kostenloses Girokonto mit Depot einrichtest, einen 50€ bis 100€ Bonus. Hier kannst du das Angebot und die Erklärung dazu finden.

      Viele Grüße
      Jannes

  2. Hallo Jannes,

    erst mal vielen Dank für die vielen Tipps.
    Du schreibst in diesem Artikel: „Hinzu kommt die Auswahl des richtigen ETFs. Es gibt eine Vielfalt an Möglichkeiten. Manche ETFs schneiden also zwangsweise besser ab als andere.

    Diese Probleme werde ich in den nächsten Artikeln zu ETFs klären.“

    Gab es den Blog zur Auswahl des richtigen ETFs schon? Konnte ihn nicht finden.

    Vielen Dank.

    Grüße Henning

    • Hi Henning,

      Sehr gerne!

      Weitere Artikel zu ETFs kommen in naher Zukunft. Die Aussage „Manche ETFs schneiden also zwangsweise besser ab als andere“ bezieht sich vor allem darauf, dass ein ETF einen Index abbildet. Wenn ein ETF den DAX, ein anderer den S&P 500 abbildet, wird zwangsweise einer besser als der andere abschneiden.

      Welcher das sein wird kann niemand voraussehen – dabei gibt es aber viele Kriterien, die jeder Anleger heranziehen will: Wie breit (= risikoarm) willst du investieren? Legst du Wert auf hohe Dividendenzahlungen? Möchtest du in möglichst nachhaltige Unternehmen investieren? Von welcher Gruppe von Aktien erwartest du die beste Rendite?

      Das sind die Themen, die dabei eine Rolle spielen, auf die ich noch genauer eingehen werde. Speziell das letzte Thema, welche Rendite welche Indizes bieten, habe ich in diesem Artikel aufgegriffen mit 10 Strategien, die größtenteils durch ETFs zu realisieren sind.

      Viele Grüße,
      Jannes

  3. Einen gravierenden Nachteil bei ETFs hast Du vergessen:

    Wenn der Emittent des ETFs Pleite geht, dann hast Du einen Totalverlust!
    Hier mal ein Artikel dazu:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/zertifikate/ratgeber-hintergrund/emittentenrisiko-der-feine-unterschied/5264802.html

    Ein zweiter Nachteil liegt darin, dass Du nur an Kursgewinnen der zugrundeliegenden Aktien teilnimmst. Aber Du bekommst die Dividenden nicht! Mag für Investitionen mit geringem Kapital egal sein, aber wenn man hohe Summen investieren will, dann ist dieser Aspekt wohl zu berücksichtigen.

    • Hallo,

      Vielen Dank für deinen Kommentar, ich muss dich aber in beiden Fällen korrigieren.

      In dem von dir verlinkten Artikel hast du glaube ich etwas überlesen. Das Emittentenrisiko tritt nämlich nur bei den beschriebenen Zertifikaten auf, nicht bei ETFs. Ein Zitat aus dem von dir verlinkten Artikel:

      Anders ist es bei ETFs. Wie klassische Investmentfonds bilden Exchange Traded Funds Sondervermögen des Emittenten. Das heißt, dass das Vermögen eines ETF vom Vermögen des Emittenten getrennt ist. Auch im Falle einer Insolvenz des Emittenten bleibt es erhalten.

      ETFs gelten als Sondervermögen, das darin investierte Geld bleibt also in jedem Fall erhalten, da es getrennt vom Vermögen des ETF-Emittenten aufbewahrt wird.

      Der zweite Nachteil trifft ebenfalls nicht zu. ETFs beinhalten sehr wohl die Dividenden der Aktien. Es gibt schließlich thesaurierende und ausschüttende ETFs. Thesaurierende ETFs reinvestieren die erhaltenen Dividenden- und Zinszahlungen automatisch, die ausschüttenden ETFs schütten die Dividende direkt an die Anleger aus. In beiden Fällen fällt aber eine Dividende an, die die Unternehmen an den ETF zahlen – sonst würde die Unterscheidung zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs auch gar nicht existieren können.

      Es gibt nur sehr wenige ETFs, die die Dividende nicht beinhalten, im deutschsprachigen Raum meines Wissens nach sogar gar keine.

      Viele Grüße,
      Jannes

  4. Grundsätzlich eine schöne Seite. Leider werden die ETF zu sehr gelobt. Dabei sind Aktien als Direktinvestition oftmals der günstigere und transparentere Weg. Bei ETF sind Risiken wie SWAP Geschäfte und Wertpapierleihe nicht zu unterschätzen. (im Fall einer starken Wirtschaftskrise wenn wieder Banken zusammenbrechen) Weiterhin fehlt mir die Steuerliche Behandlung. Viele ETF haben ihr Fondsdomizil nicht in Deutschland. Damit müssen sämtliche Erträge von thesaurierenden ETF bereits versteuert werden, obwohl die Erträge noch nicht realisiert sind. Das kann zu erheblichen Steuernachzahlungen führen, wenn das Investment in einem ETF hoch genug ist. Kommen die Unterlagen abhanden, setzt beim Verkauf des ETF eine Doppelbesteuerung ein. Bei einem Sparplan von mehreren Jahrzehnten ist dies ein ziemlich hoher aufwand, alle Abrechnungen und Steuererklärungen aufzuheben und der Einsatz eines Steuerberaters wird notwendig. Falsche Angaben in steuerlicher Sicht könnten schlimmstenfalls als Steuerhinterziehung gewertet werden. Im Gegensatz dazu sind Aktien als Direktinvestment einfach transparenter und machen weniger Arbeit.

    • Hallo Andreas,

      Vielen Dank für deinen konstruktiven Kommentar.

      Der letzte Artikel, den ich auf diesem Blog veröffentlicht habe, befasst sich genau mit der Kritik und den Nachteilen von ETFs. Dort bin ich z.B. auch auf den Punkt eingegangen, ob Aktien oder ETFs günstiger sind. Als Direktinvestition sind Aktien günstiger, wenn man jedoch ein breit diversifiziertes Portfolio hat sind ETFs definitiv günstiger.

      Die Risiken der SWAPs sehe ich nicht so drastisch. Um mal von boerse.de zu zitieren:

      „Was geschieht, wenn der Vertragspartner zahlungsunfähig ist? Um diesem Problem vorzubeugen, dürfen ETFs nur einen geringen Anteil über Swaps abbilden. Hierzu gibt es verbindliche Richtlinien. ETFs, die sich nicht verpflichtet haben, diese Richtlinien einzuhalten, dürfen z.B. nicht von Pensionsfonds oder Versicherungen gekauft werden.

      Darüber hinaus gibt es eine zusätzliche Absicherung: Der Vertragspartner des Swaps muss Sicherheiten wie staatliche Anleihen hinterlegen, die von einem unabhängigen Treuhänder verwaltet und überwacht werden. Es muss eine Überdeckung vorliegen, d.h. der Vertragspartner muss mehr Sicherheiten stellen, als der Wert des Geschäfts beträgt.

      Wird der Vertragspartner insolvent, können die Sicherheiten vom Treuhänder verwertet werden. Aufgrund dieser Regelungen sind ETFs auch dann sicher, wenn der Vertragspartner des Swaps pleite geht.“

      Und selbst wenn SWAPs ein Problem darstellen sollten, so gilt das ja auch nur für bestimmte ETFs und kann man nicht als pauschalen Nachteil aller ETFs werten. Wer sich an diesem Kontrahentenrisiko stört, kann ohne Probleme auf replizierende ETFs setzen.

      Bei der Besteuerung hast du Recht, das ist etwas aufwendiger. Prinzipiell sind Aktien da einfacher. Aber das ist auch nur die eine Seite der Medaille.

      Die einzigen ETFs, die steuerlich schwieriger sind, sind ausländische thesaurierende Fonds, die einen Index replizierend abbilden. Also auch hier gilt das nur für einen kleinen Teil der ETFs und ist kein Nachteil, den wir auf alle ETFs ausweiten können. Man kann ganz einfach andere ETFs nutzen, statt sich diesen Steueraufwand anzutun.

      Genauso gibt es aber auch ETFs, die steuerlich vorteilhafter als Aktien sind: Mit thesaurierenden SWAP-ETFs müssen Dividenden- und Zinszahlungen nicht sofort versteuert werden, sondern erst, wenn der ETF verkauft wird. Dadurch entsteht der Steuerstundungseffekt und vor allem die Menschen, die ihren Sparerpauschbetrag schon ausgeschöpft haben, haben dadurch einen sehr starken steuerlichen Vorteil – sowohl gegenüber anderen ETFs, als auch gegenüber Aktien.

      Wenn man diese Dinge beachtet, denke ich, dass ETFs ein sehr gutes Mittel zur Geldanlage sind und die Probleme, die du nennst, keine Hürden darstellen sollten. Wie gesagt: Vorausgesetzt, man informiert sich von vornherein über solche Dinge. Aber genau das versuche ich ja hier auf meinem Blog und in meinem E-Mail Crashkurs zu vermitteln.

      Es kommt auch immer darauf an, was man erreichen möchte. Möchte man diversifizieren, führt in meinen Augen kein Weg an ETFs vorbei. Das ganze ist definitiv aber ein spannendes Thema.

      Viele Grüße,
      Jannes

  5. Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Informationen. Das wird ganz sicher dem ein oder anderen eine große Hilfe sein.

  6. Hallo Jannes.
    Etlche Blogs von Dir habe gelesen.doch meine Hauptfrage ist: ab welcher Summe kann man oder sollte(!) man anfangen.
    Ich bin 80 Jahre alt und habe nicht mehr viel Zeit.
    Viele Grüße
    HelmutHelmut

    • Hallo Helmut,

      Du kannst z.B. bei ETF-Sparplänen der comdirect schon mit 25€ im Monat anfangen, selbst wenn du bis heute keinen Cent angespart hast. Dabei wird dann ein von dir definierter Betrag monatlich in einen bestimmten ETF investiert.

      Generell gilt: Wenn du relativ wenig Kapital hast, solltest du ETFs nutzen, da du dort im Regelfall eine recht breite Diversifizierung hast. Dein Risiko wird also durch das Halten mehrerer Aktien reduziert. Viele gehen bei wenig Geld den Weg, dass sie nur eine einzige Aktie kaufen, um Kosten zu sparen – was aber enorm riskant ist.

      Ich persönlich habe mit ca. 650€ meine erste Investition getätigt. Prinzipiell würde ich empfehlen, pro Investition mind. 500€ – 1.000€ als Summe zu veranschlagen, damit die Kosten nicht die Rendite von vornherein zerstören.

      Ich hoffe, dass ich dir damit weiterhelfen konnte. 🙂

      Viele Grüße,
      Jannes

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