Mehr Geld, mehr Zeit: 3 Tipps um dein Geld langfristig anzulegen
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Mehr Geld, mehr Zeit: 3 Tipps um dein Geld langfristig anzulegen

Langfristig investieren – lohnt es sich? Ich zeige dir, warum du ab sofort dein Geld langfristig anlegen solltest.

Ich weiß, was du nicht willst: Schlechte Renditen, mehr Stress und weniger Zeit. Ich auch nicht.

Du willst deine Zeit effizient nutzen und dabei auch noch die bessere Rendite einstreichen. Wahrscheinlich dachtest du bisher, dass beides nicht gleichzeitig möglich ist.

Ich beweise dir das Gegenteil. Denn wenn du richtig investierst, hast du mehr Zeit und eine bessere Rendite.

Ja, ich weiß: Lieber morgen als heute

Tagtäglich sind wir mit schwierigen Entscheidung konfrontiert:

Genieße ich jetzt etwas kurzfristig (Essen gehen, Kino, Urlaub, neuer Laptop, Handy, Tablet und sonstiger Schnickschnack) oder verzichte ich, um mein Geld langfristig zu vermehren und das finanzielle Polster weiter aufzubauen?

Wo wollen wir hin? Spontan das hier und jetzt genießen oder nur an Morgen und Übermorgen denken?

Diese Fragen sind selbstverständlich nicht allgemein zu beantworten. Jeder muss hier selber seine Entscheidung fällen. Das ist leider nicht immer einfach.

Zum Glück ist die Entscheidung zwischen dem kurzfristigen und dem langfristigen Investment  an der Börse leichter zu fällen.

Ja, auch an der Börse können die Dinge einfach sein. Viel einfacher, als die meisten es sich vorstellen können.

Langfristig denken ist prinzipiell in jedem Bereich super. Manche machen es mehr, manche weniger.

Wir entscheiden uns zu sparen, weil wir langfristig denken. Weil wir unser Geld in der Zukunft besser nutzen möchten. Und dazu muss unsere Anlagestrategie auch langfristig ausgerichtet sein.

Langfristig investieren heißt vor allem eines: Keinen schnellen Reichtum abgreifen zu wollen.

Keine kurzfristigen Spekulationen á la „in zwei Tagen steige ich ein, um dann nach 3 Tagen wieder zu verkaufen“, das dann ein paar Mal wiederholen und zack – steht der erste Ferrari vor der Tür.

So einfach ist es leider nicht. Schneller Reichtum ist wäre schön, ist aber ein hoffnungsloses Unterfangen.

Kurzfristig zu investieren ist an der Börse ein ähnliches Glücksspiel wie bei Fußballwetten oder im Casino: Es gewinnt im Durschnitt ein anderer.

Jemand, der an deinen Gebühren verdient, der Buchmacher oder der Casinobetreiber.

Ich gebe hier nur Informationen weiter, die deinen Vermögensaufbau erfolgreich unterstützen. Der schnelle Reichtum ist leider eine Illusion. Eine Illusion mit der viele unseriöse Finanzberater und angebliche Börsenexperten viel Geld verdienen.

Gierige Finanzanbieter finden gierige Anleger – eine gefährliche Mischung. Ich hoffe, du fällst nicht (mehr) auf sowas rein. 😉

Geld langfristig Investieren bringt viele Vorteile

Das langfristige Investieren ist zwar deutlich unspektakulärer, aber dafür einfacher und umso erfolgreicher. Es ist einer der zentralen Wege zum Erfolg an der Börse.

Der Aktienmarkt ist – kurzfristig betrachtet – faszinierend und irreführend. Auf lange Sicht ist der Markt nahezu langweilig zuverlässig und vorhersagbar. – Charles D. Ellis

Viele Privatanleger denken nicht langfristig. Sie verkaufen nach dem ersten Kursgewinn sofort und nehmen sich die Chance auf höhere Gewinne.

Im anderen Fall verkaufen sie mit hohen Verlusten, weil sie nicht bereit sind, ein Jahr oder länger auf eine Kurserholung zu warten.

Sie glauben oftmals sogar, dass es dazu gehört, das Depot oft zu ändern. Schwankende Aktienkurse, wöchentliche neue Informationen zu Unternehmen und der Wirtschaftslage – da muss man doch reagieren?

Nein, muss man nicht. Und sollte man auch nicht.

Medien und Banken haben uns dieses Denken eingetrichtert. Die Medien durch die negative Berichterstattung, die jedes Mal die Angst vor dem Kollaps der Finanzmärkte oder erneuten Kurseinbrüchen schürt.

Die Banken möchten Geld verdienen – und das ist auch ihr gutes Recht. Das tun sie vor allem durch die Gebühren, die bei jedem Kauf und Verkauf an der Börse anfallen. Hohe Gebühren sind jedoch ganz bestimmt nicht in deinem Sinne.

Wenn dir jemand sagt, dass du kurzfristig investieren und oft Kaufen und Verkaufen sollst, steckt entweder Unwissenheit oder der eigene Profit dahinter.

Minimiere dein Risiko effektiv

Das Risiko fürchten wir am meisten. Wir sind sehr auf unsere Sicherheit fixiert und können mehr schlecht als recht damit umgehen, wenn wir Verluste erleiden müssen.

Daher wollen wir unser Risiko minimieren. Das schaffen wir durch langfristiges Investieren.

Kurzfristig sind Aktien und Indizes oft starken, willkürlichen Schwankungen (auch Volatilität genannt) ausgesetzt.

Wenn du also kurzfristig investierst, ist es möglich, dass du gerade bei deinem Verkauf eine starke negative Schwankung erwischst.

Diese Kursschwankung ist wahrscheinlich gar nicht rational zu erklären, geschweige denn war diese vorhersehbar. Trotzdem erleidest du dadurch Verluste.

Langfristig können wir die Börse durch steigende Gewinne der Unternehmen und ein Wirtschaftswachstum erklären, kurzfristig gelingt dies oft nicht.

Aber auch die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes nimmt mit einem längeren Anlagezeitraum ab.

Das deutsche Aktieninstitut hat das DAX-Renditedreieck (.pdf-Datei) veröffentlicht.

Auf der senkrechten Achse ist das Kaufjahr, auf der waagerechten Achse das Verkaufsjahr angegeben.

Entlang der Diagonalen von links unten nach rechts oben siehst du die kurzfristigen Zeiträume, d.h. die Rendite bei einer Haltedauer von einem Jahr. Enorme Schwankungen, mal rot, mal grün.

Rechts unten jedoch findest du die durchschnittlichen Renditen pro Jahr bei längeren Zeiträumen, bis hin zu 50 Jahren. Und wie du siehst: alles grün, also durchweg positive Renditen.

Bei längeren Investments spielt der Zeitpunkt der Investition kaum eine Rolle. Viel mehr zählt die Langfristigkeit.

Die Gefahr eines Verlustgeschäfts ist nahezu ausgeschlossen und alle durchschnittlichen Renditen bewegen sich bei einer Investitionsdauer von mindestens 20 Jahren zwischen 5,3% und 14% jährlich.

Hol dir die Rendite des Marktes

Auch die Rendite profitiert von deinem langfristigen Investment.

Die Aktienmärkte haben in den letzten 100 Jahren, je nach Land, Index (bspw. ob große oder kleine Aktien betrachtet werden) und betrachteten Start- und Endzeitpunkt, eine nominale Rendite von ca. 6 – 10% jährlich erreicht.

Je länger wir nun investieren, desto mehr wird sich unsere Rendite an diesen langfristigen Durchschnitt anpassen.

Eine solche Rendite bekommst du bei keinem Konto deiner Bank und wirst du dort auch nie als feste Verzinsung erhalten.

Was musst du dafür tun? 3 Tipps für langfristige Investitionen

1. Halte durch

Du musst resistent gegen Kursschwankungen sein.

Das bedeutet, dass du selbst dann investiert bleibst, wenn die Börsenstimmung einen negativen Trend vorweist. Du lässt dich nicht von Kursrückgängen aus deinen Investments jagen.

2. Investiere nur mit überschüssigem Geld

Ganz wichtig: Investiere nur mit Geld, das du wirklich über hast.

Ich unterteile mein Geld in drei verschiedene Formen der Liquidität, also danach, wie schnell ich es zu Bargeld machen kann.

Diese Aufteilung kann ich nur empfehlen, auch wenn du sie natürlich deinen Umständen entsprechend anpassen kannst.

Das sind als 1. Bargeld (Girokonto), 2. das Tagesgeldkonto und 3. mein Depot.

Auf dem Girokonto sind die nötigen Mittel, um alle kurzfristigen Ausgaben zu decken. Miete, Lebensmittel, Klamotten usw. werden von diesem Konto bezahlt.

Das Geld, das nicht für diese kurzfristigen Ausgaben gebraucht wird, landet auf dem Tagesgeldkonto. Es dient als Sicherheitsrücklage, falls Reparaturen oder andere größere Investitionen anstehen.

Das Geld ist also täglich verfügbar und wird trotzdem verzinst (wenn auch nur minimal).

Auf dem Depot wird nun endlich wieder langfristig gedacht. Das Kapital, welches nicht benötigt wird und auch nicht durch eventuelle Reparaturen oder sonstige Aufwendungen beansprucht werden muss, landet hier.

Das Depot ist logischerweise der Grundpfeiler unserer Vermögensbildung. Hier bekommen wir die höchste Rendite und dementsprechend sollte auch das Ziel sein, dass das Depot den höchsten Wert der drei Konten aufweist.

Sobald du mit Geld investierst, das du eigentlich noch brauchen könntest, ist die langfristige Investition hinfällig. Dadurch riskierst du, dass der Zufall dich bei einem Kursrückgang rausschmeißt.

Wenn deine Waschmaschine kaputt geht und zeitgleich die Börse einen vorübergehenden Kursrückgang erlebt, musst du leider in den sauren Apfel beißen:

Neue Waschmaschine kaufen und Verluste in Kauf nehmen oder ohne Waschmaschine auskommen, bis die Börse sich erholt hat? 😉

3. Versuche kein Market-timing

Es ist verlockend sich gegen den Markt behaupten zu wollen statt entspannt und langfristig Aktien zu halten.

Viele kluge Köpfe berichten tagtäglich, wie die Börse sich in den nächsten Tagen entwickeln wird und erklären danach, warum es doch anders lief als gedacht.

Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten. – Peter Lynch, US-Investor

Wenn du versuchst, regelmäßig die kommenden Marktbewegungen zu erahnen, wirst du nur unnötig Gebühren und Lehrgeld bezahlen. Es ist nicht möglich, kurzfristig Marktbewegungen kontinuierlich zu erahnen.

Ich habe ein bildhaftes Beispiel für dich:

Zwei Männer beobachten einen betrunkenen Mann auf seinem Heimweg. Er torkelt mal nach links, mal nach rechts, schafft es aber, sich auf dem Bürgersteig zu halten.

Der kurzfristig denkende Mann sagt: „Guck mal, jetzt torkelt er nach links.“ Der Mann torkelt nach rechts.

„Jetzt aber nach links.“ Der Mann torkelt tatsächlich nach links.

„Ah, wusste ich’s doch. Jetzt nach rechts!“ Der Mann torkelt nochmal nach links.

Der langfristig denkende Mann sagt: „Das bringt doch nichts. Du kannst nicht voraussehen, wann er sich in welche Richtung bewegt. Es ist purer Zufall.

Ich sage dir: Auf jeden Fall wird er gleich 100 Meter weiter vorne sein, egal wann er mal nach links oder nach rechts gegangen ist.“

Du ahnst es schon. Der betrunkene Mann ist die Börse, der kurzfristige Denker ist ein Börsenspekulant und wir sind – im Optimalfall – der langfristige Denker.

Dieses Modell des betrunkenen Mannes gibt es übrigens wirklich in der Finanzwissenschaft und heißt „Random Walk Modell“ (okay, der betrunkene Mann wird nicht erwähnt, aber immerhin der Random Walk (= „Zufallsgang“)).

In einer anderen Studie wurden die Kursbewegungen von einigen großen Unternehmen (Microsoft, BP, Fiat, Sony) untersucht. Dabei sollte herausgefunden werden, ob ein Muster zu erkennen ist zwischen der an einem Tag erreichten Rendite und der Tags darauf erzielten Rendite.

Hierzu wurde lediglich die abnormale Rendite betrachtet, also die Rendite der Aktie abzüglich der Rendite, die der gesamte Markt erzielt hat. Damit sollen Börsentrends aus der Betrachtung ausgeschlossen werden.

Beispiel zur abnormalen Rendite: Wenn die Microsoft Aktie um 1,5% steigt, der gesamte Markt (bspw. der Dow Jones) jedoch auch um 1%, liegt die abnormale Rendite der Microsoft Aktie bei der Differenz zwischen den Renditen der Microsoft-Aktie und dem Markt.

Also: Rendite der Microsoft-Aktie (1,5%) – Rendite des Marktes (1%) = abnormale Rendite der Microsoft Aktie (0,5%)

Das Ergebnis: Es ist kein Zusammenhang erkennbar. Die Renditen sind völlig gleichverteilt: Mal folgt eine positive auf eine negative Rendite, mal umgekehrt, mal auch ein paar Tage hintereinander, mal nicht.

(Hinweis: Die zugehörige Grafik, die dieses aufzeigt, liegt mir leider nur als Bestandteil meines Vorlesungsskriptes vor, weshalb ich sie hier aus Copyright-Gründen nicht zeigen kann.)

Die Börse und Aktienkurse bewegen sich kurzfristig unabhängig, beinahe willkürlich. Mal auf, mal ab. Aber langfristig haben sie eine steigende Tendenz  – und das kannst du für langfristige Investitionen nutzen.

Warum du dein Geld langfristig anlegen solltest

Was lernen wir nun daraus? Natürlich: Du solltest dein Geld langfristig anlegen!

Du hast erstens mehr Geld, da dein Vermögensaufbau so erfolgreicher wird. Zweitens hast du durch langfristiges investieren mehr Zeit für Dinge, die wichtiger sind als Geld.

Schließlich ist Geld nur ein Mittel zum Zweck. Wir wollen Geld als Sicherheit, zur Selbstverwirklichung, um Spaß zu haben, um Menschen zu helfen, um großartige Dinge zu tun.

Wer aber nur damit beschäftigt ist, Geld zu verdienen, hat dafür keine Zeit.

Bildquelle: binoculars von Edith Soto (bearbeitet), lizenziert nach CC BY-SA 2.0

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