Warum ich hoffe, dass meine Kurse einstürzen (und ich trotzdem kein Idiot bin)

aktienkurse

Gebannt saß ich vor meinem Laptop.

Grüne Zahlen. ++++. Der Kurs ist gestiegen $$$.

Endlich! Mein Geld hat sich vermehrt!

Zufrieden hab ich den Laptop zugeklappt. Nächsten Tag das gleiche Spiel.

So oder so ähnlich lief es bei mir nach meinen ersten Investments.

Ich habe gebannt den Kursverlauf verfolgt und jeden Tag geguckt, in welche Richtung die Kurse sich heute bewegt haben.

Nicht, weil ich handeln wollte. Einfach aus Interesse. Weil ich sehen wollte, dass mein Geld mehr wird.

Und heute weiß ich, was für ein Schwachsinn das war.

Warum ich hoffe, dass die Kurse fallen – obwohl ich selber investiert bin

Ganz ehrlich: Diese Erkenntnis habe ich noch nicht allzu lange.

Ich dachte, dass ich selbst bei Kurseinbrüchen investiert bleibe. Das behalte ich auch noch heute bei.

Nichtsdestotrotz darf ich mich freuen, wenn mein Geld sich vermehrt. Jeder würde sich doch über steigende Kurse und mehr Geld freuen.

Dabei gibt es aber einen Denkfehler, den mir Warren Buffett aufgezeigt hat.

Damit hat er mir tatsächlich die Augen geöffnet.

Lass ihn dir erklären, warum wir hoffen, dass unsere Kurse fallen werden – obwohl wir selber aktiv in Aktien investiert sind.

Ich zitiere aus dem Buch Die besten Anlagestrategien der Welt: Investieren wie Buffett, Lynch, Graham und Co. von Volker Gelfarth:


Ein kleines Quiz: Wenn Sie Ihr ganzes Leben lang Hamburger essen wollen und kein Viehzüchter sind, sollten Sie sich höhere oder niedrigere Preise für Rindfleisch wünschen?

Ebenso: Wenn Sie sich von Zeit zu Zeit ein Auto kaufen wollen und kein Automobilhersteller sind, sollten Sie dann höhere oder niedrigere Autopreise vorziehen?

Diese Fragen beantworten sich natürlich selbst.

Jetzt aber das Abschlussexamen: Wenn Sie erwarten, in den nächsten fünf Jahren netto zu sparen, sollten Sie dann für diesen Zeitraum einen höheren oder niedrigeren Aktienmarkt erhoffen?

Viele Anleger geben hier die falsche Antwort.

Obwohl sie netto gesehen auf viele Jahre hinaus Aktien kaufen werden, sind sie begeistert, wenn die Aktienkurse steigen, und deprimiert, wenn sie fallen.

Sie freuen sich tatsächlich, weil die Preise der „Hamburger“ gestiegen sind, die sie bald kaufen werden.

Diese Reaktion macht keinen Sinn. Nur wer in der nahen Zukunft Verkäufer von Aktien sein wird, wird sich freuen, wenn diese steigen. Künftige Käufer sollten dagegen sinkende Kurse vorziehen.

[…] Sie sollten sich daher freuen, wenn sich die Märkte abschwächen und sowohl uns als auch unseren Beteiligungsunternehmen erlauben, Geldmittel vorteilhafter einzusetzen […]

Lächeln Sie also, wenn Sie eine Schlagzeile lesen, die lautet: „Börse gibt nach: Investoren verlieren“. Schreiben Sie die Schlagzeile in Gedanken so um: „Börse gibt nach: Spekulanten verlieren – aber Investoren gewinnen“.

Obwohl Journalisten diese Wahrheit oft vergessen, gibt es für jeden Verkäufer einen Käufer – und was den einen notwendigerweise schmerzt, nutzt dem anderen.“

Der Denkfehler: Wir sind Käufer, nicht Verkäufer

Warum bist du hier? Weil du wissen willst, wie du deine Aktien verkaufst?

Mit Sicherheit nicht.

Du willst wissen, wie du dein Geld optimal anlegst. Wie du erfolgreich in Aktien und ETFs investierst – wie du erfolgreich und richtig kaufst.

Du bist ein Käufer.

Und auch danach bist du noch ein Käufer. Du sparst Geld und willst das wieder investieren. Du bleibst ein Käufer.

Wir investieren mit einem langfristigen Anlagehorizont. Das heißt im Klartext: Wir verkaufen so spät wie möglich.

Und trotzdem freuen wir uns wenn die Kurse steigen – obwohl wir keine Anstalten machen zu verkaufen und die gestiegenen Preise zu nutzen!

Das einzige, was sich für uns ändert: Die Preise, zu denen wir demnächst kaufen, werden teurer.

Warren Buffett bringt genau das in meinen Augen grandios auf den Punkt.

Ich selber habe lange Zeit so gedacht. Ich habe mich über steigende Kurse gefreut. Es war Balsam für mein nervöses Anlegerherz.

Dabei wäre die viel logischere Schlussfolgerung: Die Kurse sinken – ich kann jetzt günstiger genau die gleichen Unternehmensanteile kaufen!

(Tipp: Den simplen und wissenschaftlich fundierten Trick, mit dem du bis zu 96% der Fondsmanager schlägst (bei nur ca.  3 Stunden Aufwand pro Jahr) erfährst du hier.)

Unfairer Trick Shortcode Bild

Der riesige Profit, den du durch diese Denkweise bekommst

Das Ganze ist nicht einfach nur ein Denkfehler, den du und ich machen. Viel mehr ist das ein zentraler Grund dafür, dass wir an der Börse Fehler machen. Dass wir Angst haben.

Genau, wie wir uns über steigende Kurse freuen, haben wir Angst vor fallenden Kursen.

Du kannst diese Sichtweise jetzt aber ändern. Du weißt, dass fallende Kurse zu deinem Vorteil sind.

Was passiert also beim nächsten Börsencrash?

Du kannst die gleichen Unternehmensanteile und Fonds kaufen, bekommst diese aber zu einem viel günstigeren Preis.

Ja, tatsächlich. Du kannst dich freuen wenn die Kurse einstürzen.

Wer hätte das am Anfang der Anlegerlaufbahn gedacht? 😀

Diese Einsicht und diese neu gewonnene Mentalität sind extrem wertvoll. Du wirst viel gelassener. Du hast viel weniger Probleme damit, wenn mal schwere Zeiten an der Börse bevorstehen.

Weil du die Chancen siehst, nicht die Probleme.

Dadurch hast du gar keine Notwendigkeit aus Angst zu verkaufen, wenn die Kurse fallen. Du bleibst gelassen und freust dich sogar, dass du günstig zuschlagen kannst.

Gelassenheit fördert deinen Erfolg an der Börse. Und diese Denkweise über die Vorteile von fallenden Kursen fördert deine Gelassenheit.

Logische Schlussfolgerung: Diese Denkweise fördert deinen Börsenerfolg.

Sie führt dazu, dass du langfristig investierst und immer einen klaren Kopf behältst.

Keiner von uns muss fallende Kurse fürchten. Im Gegenteil: Für uns eröffnen sich dafür noch mehr Chancen.

Die mit Riesenabstand größte Angst an der Börse ist die Angst vor Kurseinbrüchen. Diese Angst muss es nicht geben.

Und das ist ein sehr, sehr schönes Gefühl.

PS: Wenn du immer noch Angst vor einstürzenden Kursen und dem Risiko von Aktien haben solltest, werden diese 3 konkreten Tipps Abhilfe schaffen und dir zeigen, wie du das Risiko verstehst und besiegst.


Der Artikel hat dir gefallen?