Welche Aktien kaufen? In 3 Schritten die richtigen Aktien finden

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Welche Aktien kaufen? Und worauf musst du bei deiner Aktienauswahl unbedingt achten?

In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dich auf den Weg machst um selbst aussichtsreiche Aktien zu finden und welche Fehler du dabei unbedingt vermeiden musst.

Außerdem gibt’s eine Beispielanalyse von Daimler und BMW anhand konkreter Kriterien.

Wichtig: Wenn du noch keine ETFs kennst, solltest du dich unbedingt mit ihnen auseinandersetzen. Auch dort investierst du in Aktien, genießt aber viele Vorteile:

Du hast ein geringeres Risiko dank großer Diversifizierung, niedrige Kosten bei passiver Anlagestrategie, weniger Zeitaufwand und kannst schon mit wenig Geld starten.

Wenn du aber für dich entschieden hast, dass du lieber in einzelne Aktien statt in ETFs investierst, geht es jetzt ans Eingemachte.

Die Frage, die sich jeder aktive Anleger stellt und in 3 simplen Worten auf den Punkt gebracht wird, soll beantwortet werden: „Welche Aktien kaufen?“

Dazu zeige ich dir die wichtigste Frage, die du dir davor stellen musst. Ich zeige dir die psychologischen Fehler, die du beim Kauf vermeiden musst und 3 Strategien, um unterbewertete und profitable Aktien zu finden.

Die wichtigste Grundvoraussetzung: Was ist dein Ziel?

Viele Anleger vergessen eine wichtige Frage, die vor der Wahl der richtigen Aktie gestellt werden muss:

Was ist dein Ziel mit dem Aktienkauf?

„Na was wohl? Rendite, Geld, mehr Kohle auf dem Konto! Was sonst?“

Okay, klar – wer will das nicht.

Aber um das Ziel zu erreichen, wirklich dein Geld zu vermehren, musst du wissen, was du mit der Aktie vor hast, wenn sie erstmal in deinem Depot liegt.

Hast du ein bestimmtes Kursziel? Kaufst du die Aktie bspw. bei einem Aktienkurs von 50€ und du möchtest sie wenn sie mit +50% im Gewinn liegt verkaufen?

Was passiert, wenn die Aktie fällt? Wann verkaufst du?

Möchtest du die Aktie langfristig, über mehrere Jahre halten, oder nur kurzfristig, womöglich nur wenige Stunden?

Wie oft überprüfst du, ob deine Aktie noch in deinem Depot bleiben sollte? Jeden Tag, einmal im Monat oder einmal in 6 Monaten?

Diese Fragen solltest du zumindest grob beantworten können, bevor du dich für den Aktienkauf entscheidest. Nur wenn du dein Ziel kennst, kannst du dich auch danach ausrichten.

Ein Navigationssystem ohne Zielort wird schließlich auch nie irgendwo ankommen. 😉

Welche Aktien kaufen? So findest du unterbewertete Aktien

Aktien unterliegen einer ständigen Bewertung. Aus den Kauf- und Verkaufsaufträgen aller Anleger ergibt sich immer ein Aktienkurs, zu dem eine einzelne Aktie bewertet wird.

Dein Ziel ist es natürlich eine Aktie zu kaufen, die günstig bewertet ist. Du willst, dass der Aktienkurs in Zukunft steigt.

Du willst also unterbewertete Aktien finden: Aktien, die aktuell günstiger als der tatsächliche Wert gehandelt werden.

Um solche Aktien zu finden gibt es unzählige Wege und Methoden. Viele davon kannst du auch mit ETFs umsetzen.

Möglichkeit 1: Keine Einzelaktien-Auswahl

Tatsächlich ist die Börse sehr effizient. Viele Fondsmanager, große Investoren, Banken und Privatanleger handeln sekündlich.

Sobald neue Informationen auftauchen schlägt sich das sofort auf den Aktienkurs nieder.

Das führt dazu, dass es nicht einfach ist, eine Aktie besser einzuschätzen als die Allgemeinheit.

Deshalb gibt es eine ziemlich interessante Möglichkeit, um trotzdem zu profitieren: Indem du keine einzelnen Aktien heraussuchst, sondern von der Wertentwicklung ganzer Branchen und Regionen profiterst.

Der DAX ist in den letzten 40 Jahren durchschnittlich um ca. 7 – 8 Prozent pro Jahr gestiegen. Ohne jede Aktienauswahl!

Möglichkeit 2: Die Chartanalyse

Eine populäre, aber umstrittene Methode liegt in der Chartanalyse.

Dabei wird der Fokus einzig und allein auf den Verlauf des Aktienkurses gelegt. Dinge wie die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung werden außen vor gelassen.

Nur der Kursverlauf der Aktie soll Erkenntnisse über den weiteren Verlauf einer Aktie bringen. Bestimmte Kursmuster, Unterstützungs- und Widerstandslinien sind dabei im Fokus.

Es gibt bisher keine Studien oder finanzwissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Funktionsweise dieser Strategie bestätigen. Auch ich bin skeptisch, ob allein der Kursverlauf tatsächlich alle relevanten Informationen beinhaltet.

Und auch die großen Investoren dieser Welt fokussieren sich eher auf fundamentale Zahlen, statt rein auf den Kursverlauf.

Möglichkeit 3: Das Value-Investing

Warren Buffett gilt als erfolgreichster Investor und drittreichster Mensch der Welt. Er hat das Value-Investing enorm populär gemacht.

Seine Rendite liegt dabei seit über 50 Jahren durchschnittlich bei knapp 20% pro Jahr.

Wie funktioniert es also?

Aktien werden anhand ihrer Fundamentaldaten bewertet. Relevant sind also die tatsächlichen Zahlen und Fakten eines Unternehmens.

  • Ist das Unternehmen profitabel?
  • Wenn ja: Wie hoch sind die Gewinne im Vergleich zur Aktienbewertung?
  • Welche Gewinnmarge erreicht das Unternehmen?
  • Wie hoch ist das Gewinnwachstum?
  • Wie hoch ist die Ausschüttungsquote an die Aktionäre?
  • Steigen oder fallen die Umsätze?
  • Wie hoch ist der Cashflow?
  • Welche Vermögensgegenstände sind in welcher Höhe im Unternehmen?
  • Wie hoch ist das Unternehmen verschuldet?

All diese und noch mehr Fragen solltest du dir stellen, wenn du ein Unternehmen nach gängigen Value-Kriterien analysieren willst.

Dein Vorteil: Ich habe erst vor kurzem eine Analyse vorgenommen. Wenn du die 5 Value-Aktien, die ich entdeckt habe, inkl. meiner Kriterien herunterladen möchtest, klicke hier.

Gehen wir kurz ein Beispiel durch: Wir vergleichen die beiden Automobilkonzerne BMW und Daimler (u.a. Mercedes-Benz) nach einigen gängigen Value-Kriterien (Stand: 27. Januar 2017).

Wichtig: An der Börse reicht es nicht nur das bessere Unternehmen zu kaufen. Im Gegenteil: Es wäre ziemlich fatal. Es kommt immer darauf an, wie viel du für ein Unternehmen zahlst. Hier (5 fundamentale Fehler von Anfängern beim Aktienkauf) habe ich mehr dazu geschrieben.

Beispielanalyse: Welche Aktien jetzt kaufen – Daimler oder BMW?

Okay, legen wir los. Die ersten Fragen dienen der groben Einschätzung beider Unternehmen.

Wie hoch ist die Aktienbewertung? BMW wird an der Börse mit ca. 57 Mrd. Euro bewertet, Daimler mit ca. 77 Mrd. Euro.

Wie hoch sind die Umsätze? BMW macht 2017 einen voraussichtlichen Umsatz von 97 Mrd. Euro, Daimler einen Umsatz von knapp 150 Mrd. Euro.

Wie hoch sind die Gewinne vor Steuern und Zinsen 2017 voraussichtlich? BMW: 9,8 Mrd. Euro. Daimler: 13,7 Mrd. Euro.

Der Gewinn von Daimler liegt damit knapp 40% über dem von BMW. Der Börsenwert von Daimler liegt ca. 35% über dem von BMW.

Was können wir daraus schlussfolgern? Scheinbar denken die Anleger, dass BMW die Gewinne in Zukunft stärker als Daimler steigern kann.

Denn würden die Anleger beiden Unternehmen das gleiche Potential beimessen, wäre das Unternehmen mit 40% mehr Gewinn auch genau 40% mehr wert. Aber, wie wir sehen, ist dem hier nicht so.

Okay, jetzt haben wir einen groben Überblick. Jetzt können wir uns ein paar Kennzahlen zur Bewertung und dem Vergleich der Aktien anschauen.

Wie hoch sind die Gewinne im Vergleich zur Aktienbewertung? Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von BMW liegt bei 8,7, das KGV von Daimler bei 8,3. Da ein niedrigeres KGV als günstiger gilt, ist Daimler minimal günstiger bewertet.

Das deckt die eben getätigte Beobachtung bzw. entspricht der vorhergehenden Berechnung: Anleger zahlen im Verhältnis zum Gewinn etwas mehr für BMW.

Wie hoch sind die Dividendenrenditen? BMW schüttet 3,9% des Aktienkurses an die Anleger aus, Daimler 4,9%. Hier agiert Daimler also aktionärsfreundlicher.

Wie hoch waren die Eigenkapitalquoten der Unternehmen 2015 als Maß für die Verschuldung? Beide haben Eigenkapitalquoten von ca. 25%.

Das Fazit: Daimler oder BMW – welche Aktien jetzt kaufen?

Nach diesem Schema kannst du nun weitere Kriterien durchgehen.

Wichtig: Beschränke dich auf die, die tatsächlich Mehrwert bringen und statistisch bessere Aktien gekennzeichnet haben (mehr zu solchen Kriterien findest du hier).

Klar, jetzt könnten wir noch die Geschäftsmodelle und die immateriellen Werte vergleichen, die nicht in den Zahlen auftauchen.

Bspw. den Wert der Marke: Mercedes ist ein großer Name und hat daher einen hohen Wert, auch wenn wir ihn nur schwer messen können. Der absolute Spitzenreiter bei den wertvollsten Marken ist übrigens Coca Cola.

Du kannst jetzt natürlich den Blick auf solche Dinge werfen, allerdings entfernst du dich dadurch von den klaren Fakten und das ganze wird spekulativer.

Denn das Schöne an den Kriterien des Value-Investings, wie bspw. dem KGV, ist die Einfachheit und die klare Antwort, abseits anderer Spekulationen.

Genießen wir also die Einfachheit und ziehen ein Zwischenfazit: Welche Aktien kaufen – Daimler- oder BMW-Aktien? Welcher Automobilkonzern hat bisher die Nase vorn?

Natürlich ist das hier keine Kaufempfehlung, aber nach diesem Kurzvergleich geht Daimler als (Zwischen-)Sieger hervor.

Die Gründe, die bisher dafür sprechen: Das KGV ist etwas niedriger und Daimler weist eine höhere Dividendenrendite auf.

Wichtig: Ein paar Aktientipps machen noch keine dauerhaft erfolgreiche Geldanlage aus. Viel mehr solltest du lernen, wie du selbst solche Aktien finden kannst.

Genau das zeige ich dir hier ausführlich anhand einer funktionierenden Strategie (inkl. 5 konkrete Value-Aktien, die ich aus dem DAX herausgefiltert habe).

Achtung: Die 3 unsichtbaren Feinde deiner Aktienwahl

Es gibt für uns nicht sichtbare Faktoren, die dazu führen, dass wir oft Fehlentscheidungen treffen.

Gerade wenn es ums Geld geht erliegen wir vielen psychologischen Phänomenen. Diese führen dazu, dass wir nicht so rational entscheiden, wie wir es glauben.

Die Behavioural Finance ist eine Wissenschaft, die sich ausschließlich mit solchen Phänomenen beschäftigt. Die folgenden 3 musst du unbedingt kennen, wenn du dein Geld nicht verschenken willst:

#1: Home Bias

Ein Großteil der deutschen Anleger kauft Aktien aus Deutschland.

Ein Großteil der deutschen Anleger kauft Aktien aus den USA.

Viele Anleger neigen dazu Aktien ihres eigenen Arbeitgebers oder aus ihrer eigenen Branche zu kaufen.

Welchen Fehler begehen diese? Sie erliegen dem Home Bias.

Durch den elektronischen Handel kannst du problemlos neben deutschen auch US-amerikanische, japanische und sonstige Aktien aus aller Welt kaufen.

Aber die meisten Menschen kaufen nur das, was sie kennen. Unabhängig davon, ob das eine höhere Rendite verspricht.

#2: Overcommitment Bias

Nehmen wir an, dass du dich für ein Auto interessierst. Wie wahrscheinlich ist es, dass du dich nach einer Beratung, einer mehrwöchigen Recherche im Internet und zwei Probefahrten gegen den Kauf des Autos entscheidest?

Es ist unwahrscheinlich. In den meisten Fällen hast du schon so viel Zeit investiert, dass es unwahrscheinlich ist, dass du deine Entscheidung umwirfst und diese ganze Zeit somit „verschwendet“ hättest.

Unser Gehirn hasst es, wenn es Widersprüche erlebt. Dabei sprechen wir von kognitiver Dissonanz.

Beispiel: Ein Experiment zeigte, dass wir Menschen sympathischer finden, denen wir vorher einen Gefallen getan haben. Ja, richtig: Du tust jemandem einen Gefallen und danach findest du ihn sympathischer.

Das Gehirn kombiniert: Du tust jemandem einen Gefallen, deshalb musst du ihn sympathisch finden. Alles andere wäre ein Widerspruch.

Und was hat das damit zu tun, welche Aktien du kaufen solltest?

Es ist ein Widerspruch, dass du wochenlang Zeit investierst und dich dann doch dagegen entscheidest.

Nehmen wir an, du analysierst und verfolgst wochenlang eine bestimmte Aktie. Du kennst das Geschäftsmodell mittlerweile in- und auswendig, die Zahlen kennst du und auch das Management findest du mittlerweile sympathisch.

Genau das ist der Overcommitment Bias: Du investierst so viel Zeit, dass du kaum anders kannst als die Aktie zu kaufen.

Halte deine Analyse also ruhig kürzer. Orientiere dich an klar messbaren Kennzahlen, wie ich es hier mache. Nur dann gehst du dieser Fehlerquelle erfolgreich aus dem Weg.

#3: Action Bias

Die Medien melden uns jeden Tag den neuesten Kursstand. Wo steht der DAX? Wo steht der Dow Jones? Welche Aktien kaufen? Welche Aktien verkaufen? Was sagen die Arbeitslosenzahlen?

Wir werden dauerbeschallt. Medien müssen Schlagzeilen generieren und halten uns stets wachsam.

Aber dies weckt den Action Bias: Wir haben ständig das Gefühl auf etwas reagieren zu müssen.

Martin Weber der Universität Mannheim zeigte in einer Studie: Privatanleger neigen dazu gute Aktien zu verkaufen und schlechtere Aktien zu kaufen.

Blinder Aktionismus dominiert dann das Handeln und ersetzt die rationale Geldanlage.

Du musst nicht immer grandiose Aktien finden. Und du musst nicht wegen jeder klitzekleinen Veränderung in der Weltwirtschaft dein Depot über den Haufen werfen.

Und auch bei Börsencrashs wärst du meistens besser beraten gewesen deine Aktien langfristig zu halten und nicht dann zu verkaufen, wenn die Kurse auf dem Tiefststand stehen.

Der Action Bias führt dazu, dass du 1. Fehlentscheidungen triffst und darüber hinaus 2. Ordergebühren verursachst, die deine Rendite weiter mindern.

Bleibe also auch dann entspannt, wenn die Welt mal wieder verrücktspielt. Und wenn du darauf wartest, bis sich das Weltgeschehen beruhigt hat, sei dir sicher: Du wirst ewig warten.

(Tipp: Wenn du gratis die konkrete Strategie (inkl. 5 DAX-Aktien) erfahren willst, mit der du unterbewertete Aktien herausfilterst, klicke hier.)

KGV shortcode Bild

Welche Aktien kaufen: Der 3-Schritte-Plan zur richtigen Entscheidung

Das ist er also: Der 3-Schritte-Plan, mit dem du dir die Antwort auf die 3 Worte „Welche Aktien kaufen“ selbst geben kannst.

Schritt 1: Lege fest, was dein Ziel ist. Frag dich also nicht nur, welche Aktien du kaufen solltest, sondern auch, wann du diese wieder verkaufst.

Schritt 2: Wähle eine für dich geeignete Strategie und lerne, wie du sie richtig anwendest. Ich kann dir aus meiner Erfahrung vor allem das indexorientierte Investieren und das Value-Investing empfehlen.

Schritt 3: Vermeide die größten psychologischen Fehler beim Aktienkauf. Kaufe Aktien nicht nur dort, wo du durch Zufall geboren wurdest. Kaufe eine Aktie weder weil du schon viel Zeit in die Analyse gesteckt hast noch aus reinem Aktionismus.

Mit diesen 3 Schritten und den Grundsätzen der Geldanlage wirst du dem Großteil der Privatanleger voraus sein und dein Depot erfolgreich aufbauen.


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Über den Autor

Ich bin Jannes. Ich möchte dir Schritt für Schritt dabei helfen, das Beste aus deinem Geld zu machen. Denn Geld anlegen darf Spaß machen, entspannt und erfolgreich sein. Wie das funktioniert, zeige ich dir auf diesem Blog. Herzlich Willkommen! Schön, dass du da bist!


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