Wie gut ist Gold als Wertanlage wirklich?
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Wie gut ist Gold als Wertanlage wirklich?

Gold als Wertanlage – mehr Schein als sein? Ist Gold als Geldanlage sicher oder sinnlos?

Gold ist das Symbol des Reichtums schlechthin. Es kommt also nicht von ungefähr, dass viele sich bei ihrer Geldanlage ins Gold stürzen – geblendet von dem goldenen Glanz des Reichtums.

Aber wie rentabel ist die Investition in das edelste aller Edelmetalle wirklich? Gerade die letzten Jahre haben diese Frage durch die schwankenden Goldpreise immer wieder aufkommen lassen.

Ich zeige dir, wie sich die Wertanlage Gold im Vergleich zu Aktien schlägt und welche Risiken bei der Investition in Gold auftreten können. Zudem verrate ich dir, ob ich persönlich in Gold investiere.

Lass uns also loslegen: Wie gut ist Gold als Wertanlage wirklich?

Warum gilt gerade Gold als Wertanlage?

Gold hat seine Daseinsberechtigung hauptsächlich durch den Glanz, den es ausstrahlt. Es ist das Statussymbol der Reichen und Vermögenden.

Wer Geld übrig hat, kauft sich eine goldene Rolex oder lässt sich irgendetwas anderes vergolden. Goldschmuck ist seit Jahrtausenden begehrt und durch die begrenzte Anzahl an Gold auf der Erde kommt der hohe Preis zustande.

Sobald Gold günstig ist, ist es nicht mehr begehrt. Denn dann ist es kein Statussymbol mehr und erreicht einen Status wie Silber und andere Edelmetalle.

Doch dieser Status als Symbol des Reichtums rechtfertigt nicht den Status vom Gold als Geldanlage. Warum sollten wir in Gold investieren und nicht in Silber?

Die Verehrung des Goldes liefert dafür noch keine Begründung.

Ja, die Wertanlage Gold ist ein Sachwert…

Doch weil das Gold das präsenteste aller Edelmetalle ist, wird meistens auch über das Gold geredet. Es klingt nun mal wertvoller und dadurch sicherer, wenn jemand berichtet, dass er in Gold investiert hat.

„Ich habe mein Geld in Silber, Bronze und Kupfer angelegt“ klingt weniger ansprechend.

Gold gibt ein Gefühl von Sicherheit.  Es ist „etwas zum Anfassen“, ähnlich wie Immobilien. Solchen Sachwerten wird immer mehr vertraut als Papiergeld oder Wertpapieren.

Jetzt interessiert mich aber vor allem, wie das Gold als Wertanlage wirklich dasteht – vor allem im Vergleich zu Aktien.

Aktien oder Gold kaufen?

Die große Frage ist: Steigt der Goldpreis wieder oder fällt er noch weiter?

Um eins vorwegzunehmen: Ich bin kein Hellseher. Diese Frage kann keiner auf der Welt mit absoluter Gewissheit beantworten. Aber wir können trotzdem für uns klären, welche Eigenschaften – ob positiv oder negativ – ein Investment in Gold mit sich bringt und darauf basierend ob Gold als Geldanlage für uns geeignet ist.

Ein Blick zurück – wie gut war Gold als Geldanlage?

Gold ist seit 2000 über 11 Jahre lang nahezu kontinuierlich im Preis gestiegen. Damals betrug der Preis einer Feinunze Gold ca. 300 US-Dollar (USD). Bis Mitte 2011 ist dieser auf ca. 1900 USD angestiegen.

Das bedeutet ein jährliches Wachstum von über 18% – und das über 11 Jahre lang!

Ein Jahr lang stagnierte der Preis, ehe er ab Herbst 2012 bei einem Stand von ca. 1.800 USD abstürzte. Heute steht er bei 1.350 USD.

Dadurch hat das Gold einiges an Vertrauen eingebüßt. Nach den 11 „goldenen“ Jahren waren die meisten davon überzeugt, dass doch nichts über eine Investition in das Gold geht.

Wir können aber noch weiter in der Historie zurückblicken. 1973 begann weltweit der freie Goldhandel. Seit dem ist der Goldpreis nominal um ca. 1100% gestiegen, was einen jährlichen Anstieg von 6,4% bedeutet (bis zum 01.01.2014 berechnet).

Aktien hingegen sind im jährlichen Durchschnitt über 10% im Wert gestiegen, haben ihren Wert also um mehr als 2500% gesteigert.

Lange Stagnation – kein Inflationsschutz

Ken Fisher weist in seiner Kolumne bei Focus Money (welch Ironie – Erklärung später) darauf hin, dass Gold die insgesamt positive Wertsteigerung durch wenige, starke Kursanstiege erreicht hat.

Anleger mussten daher sehr geduldig sein, da ab 1980 über mehr als 25 Jahre lang keine wirkliche Wertsteigerung erfolgte. Nicht nominal und erst recht nicht inflationsbereinigt.

Oft ist dem Otto-Normalverbraucher nur der Verlauf der letzten Jahre präsent. Dabei ist das nur die halbe Wahrheit. Denn der Goldpreis stieg nicht immer.

Ganz im Gegenteil: Die meiste Zeit lang fiel der Goldpreis sogar. Der Goldpreis kann also sehr lange seitwärts und abwärts verlaufen, wie dieses inflationsbereinigte Chartbild zeigt.

Gold – Wertanlage und Krisenwährung in einem?

Der folgende Mythos ist wohl jedem bekannt. Auch den Menschen, die sich nicht aktiv mit einer Geldanlage beschäftigen.

„Gold dient als Sicherheit in der Krise.“

Da Gold, wie bereits erwähnt, ein Sachwert ist, wird diesem vor allem in Wirtschaftskrisen vertraut. In gewisser Weise ist dieser Ausweg logisch, denn vor allem Unternehmen haben zu Krisenzeiten zu kämpfen. Folglich leiden die Kurse der Aktien dieser Unternehmen darunter.

Wie verhält es sich nun mit Gold in Krisen? Die jüngsten Krisen, die wir erlebt haben, fanden von 2000 – 2003 und 2008 – 2009 statt. Aktien verloren zu dieser Zeit stark an Wert.

Der Goldpreis schlägt sich tatsächlich recht gut. Mit Beginn der Krise begann man dem Gold zu vertrauen und der Goldpreis stieg.

2008 ist jedoch ein Kurseinbruch zu erkennen. In ca. einem Jahr verlor der Goldpreis rund 25% seines Wertes. Kein gutes Zeichen für eine „Krisenwährung“. Denn eigentlich sollten die Anleger ihr Geld in Krisenzeiten in Gold investieren und dadurch sogar steigende Kurse verursachen.

Leider (oder zum Glück 😉 ) haben wir für diesen Mythos noch nicht genug Erfahrungen sammeln können, daher ist die Beantwortung dieser Frage schwierig. Dass der Goldpreis jedoch gerade dann schwächelt, wenn Aktien in die Krise stürzen, ist kein gutes Zeichen.

Ein Blick in die Glaskugel

Warren Buffett, seines Zeichens der erfolgreichste Investor auf diesem Planeten, äußerte sich folgendermaßen zum Gold:

„Gold wird irgendwo in Afrika oder sonstwo aus den Tiefen ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, vergraben es dort und bezahlen Leute, damit sie herumstehen und es bewachen. Das ist sinnlos. Jemand, der vom Mars aus zuschauen würde, würde sich nur kopfschüttelnd wundern.“ – Warren Buffett

Warren Buffett kritisiert damit vor allem die mangelnde Funktionalität des Goldes.

Man muss jedoch trotzdem sagen, dass Gold seit es der Menschheit bekannt ist, immer einen hohen Status hatte. Es hat seit wir denken können einen hohen Stellenwert genießen dürfen.

Es ist also eher unwahrscheinlich, dass die Menschheit sich in den nächsten Jahren plötzlich vom Gold abwenden wird. Gold wird aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit stets Verlockungen hervorrufen – auch wenn diese, wie im Fall von Warren Buffett – nicht immer auf Verständnis stoßen.

Ein Vergleich der Produktivität der Wertanlage Gold

Was würdest du wählen: Alles Gold der Welt oder 16x Exxon Mobil (jährlicher Gewinn bei jeweils über 30 Mrd. € pro Jahr)  sowie das gesamte Ackerland der USA?

Warren Buffett hat hierzu einen interessanten, kurzen Vergleich veröffentlicht. Er kritisiert darin, dass Gold Kosten verursache durch Produktion und Lagerung, jedoch nicht produziert, keine Zinsen und keine Dividenden erwirtschaftet.

Im Gegensatz dazu könnte man für den gleichen Preis großartige Unternehmen und andere Dinge kaufen, die weitaus attraktiver seien. Auch wenn man nicht unbedingt Gold als Alternative, sondern als Ergänzung zu Aktien sehen kann, sollte man sich diesen Unterschied bewusst machen.

Um noch einmal auf Focus Money zurückzukommen: Diese Zeitschrift hat einen Drang dazu, das Gold als bestes Anlagemittel zu positionieren. Stefan Niggemeier zeigt in diesem Artikel auf seinem Blog auf ironische Art und Weise, wie das Gold in den Medien als optimale Geldanlage stilisiert wird.

Ich hoffe, dass du solchen Meldungen der Zeitschriften also mit genügend Skepsis entgegentrittst.

Gold als Wertanlage: Das Fazit

Beim Gold spalten sich die Geister. Es gibt unzählige Meinungen dafür, unzählige Meinungen dagegen.

Nach meiner Recherche kann ich jedoch für mich sagen, dass ich eine Investition in Aktien einer Investition in Gold immer vorziehen würde. Ein Unternehmensanteil ist für mich gehaltvoller als ein Goldbarren.

Ich halte es für sehr spekulativ, wo der Goldpreis in 20 Jahren beispielsweise stehen wird. Dass die Aktienkurse in 20 Jahren jedoch gestiegen sein werden, ist in Anbetracht des Wirtschaftswachstum, höherer Produktivität und der Historie der Aktienkurse sehr wahrscheinlich.

Wie gesagt: Keiner hat eine hundertprozentige Gewissheit über die zukünftigen Entwicklungen. Aber in meinen Augen ist die bessere Geldanlage trotzdem durch Aktien zu erreichen.

Wenn du zusätzlich zu einer Investition in Aktien dein Depot diversifizieren, also breiter fächern möchtest, dann kannst du das natürlich durch zusätzliche Goldkäufe tun. Behalte aber immer die Risiken und Eigenschaften des Goldes dabei im Hinterkopf.

Ich werde das Risiko meines Portfolios jedoch auch in Zukunft ohne die Wertanlage Gold minimieren. Es ist scheinbar nicht alles Gold, was glänzt.

Bildquelle: „Gold Coins“ von motoyen (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

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